TEXTE
Texte von Kurt Zein
„DES IS JA NUR A HELIOGRAWUA!“ VOM SCHIMPFWORT ZUM KULTOBJEKT
Die Heliogravüre ist meiner Meinung nach die edelste aller fotografischen Drucktechniken. Sie ist weit davon entfernt eine nostalgische oder gar veraltete Methode zu sein. Ganz im Gegenteil, die handgedruckten Blätter strahlen mit ihrer samtigen Oberfläche und ihren feinst abgestuften Halbtönen einen unvergleichlichen malerischen Reiz aus. Die Erfindung der Heliogravüre, die patentrechtlichen Streitigkeiten im 19. Jahrhundert, das Aufblühen, der Niedergang und das nun wieder zaghaft wachsende Interesse daran ist für mich spannend wie ein Roman. Um die Kompliziertheit, Raffinesse und Schönheit dieser Technik zu erklären, komme ich nicht umhin einen kleinen geschichtlichen Überblick zu geben.
Die Vorgeschichte
Der Entdecker der Lichtempfindlichkeit von Knochenleim, Gelatine etc. in Verbindung mit Chromsalzen ist der Engländer Fox Talbot (engl.Patent,1852). Er entdeckte auch, dass belichtete Gelatine ihre Löslichkeit in Wasser teilweise verliert und auch eine gewisse Resistenz gegen Ätzmittel erhält. Unbelichtete Gelatine dagegen quillt in Wasser auf und ist auch für Ätzmittel durchlässig. Diese Erkenntnisse benützte Talbot um Stahlplatten mit sensibilisierten Leimschichten zu überziehen, zu belichten und sodann zu ätzen (photographischer Stahlstich). Auf dieser Grundlage entwickelte der Franzose Louis Poitevin den Lichtdruck und Pigmentdruck (1855). In Wien machte zur selben Zeit Paul Pretsch Versuche, aufgequollene, photographische Gelatinereliefs galvanoplastisch abzuformen und davon Druckplatten herzustellen. Experimentiert und geforscht wurde in Paris, London und Wien, peripher auch in Marseille und Lissabon. Es ist hier unmöglich alle Namen aufzuzählen, die zu dieser Zeit an der Entwicklung der photographischen Edeldrucktechniken mitwirkten.
Statt dessen möchte ich gerne zu jenem Mann kommen, der für die Entwicklung der Heliogravüre ausschlaggebend war: Karl Klietsch. Ausschließlich nach seinem Verfahren aus dem Jahre 1878 stelle ich Heliogravüreplatten her.
Der Maler und Journalzeichner Karl Klietsch wurde1841in Böhmen geboren. Bereits mit acht Jahren kam dieser äußerst talentierte Mensch an die Prager Kunstakademie und erhielt dort seine Ausbildung. Etwa 1870 ging er nach Wien, wo er in der Folge neben seinen künstlerischen Tätigkeiten auch Experimente mit Kupferätzungen begann. Anfänglich benötigte Klietsch für die Herstellung einer einzigen Platte 30 Tage, doch führte er seine Versuche beharrlich weiter, bis er 1878 damit Erfolg hatte und nur mehr 2 Tage für eine Platte benötigte. Der wesentliche Teil seiner Erfindung ist, dass er den Pigmentdruck von Poitevin mit der Radiertechnik Aquatinta verband und so rasterlose Photodruckplatten mit den feinsten Tonabstufungen erzeugte. Nur ein forschender, künstlerischer Geist wie er und kein reiner Techniker konnte so eine Erfindung machen. Diese Platten wurden von dem Kupferdrucker Pisani in Wien auf der Radierpresse gedruckt. 1890 entwickelte Karl Klietsch noch den gerasterten Rakeltiefdruck, der in weiterer Folge zum kommerziellen Vierfarben- Rotationstiefdruck auf der Schnellpresse führte und nichts mehr mit einem fotografisch-künstlerischen Ausdrucksmittel zu tun hat. In den 60er Jahren wurde z.B. das Magazin „Der Stern“ im Rakeltiefdruck hergestellt.
Noch in der österreichischen Monarchie wurden Heliogravüren massenhaft erzeugt und bekamen durch diese inflationäre Bilderflut einen üblen Beigeschmack. Andererseits benützten aber auch, abseits von Massenproduktionen, frühere Künstler wie z.B. Georges Rouault und Felicien Rops von ihnen überarbeitete Helioplatten für druckgraphische Zwecke, doch wurden diese Blätter von ihren Zeitgenossen eher als Reproduktionsgraphik betrachtet, denn als Original. Selbst der berühmte Radierkünstler Ferdinand Schmutzer verwendete hie und da Heliogravüreplatten und überarbeitete diese dann meisterhaft mit Strichätzung und Kaltnadel. Aus heutiger Sicht muss man dieses, damals eher versteckt benützte, fotografische Hilfsmittel mit anderen Augen betrachten. Auch einige der wichtigsten Klassiker der Fotografie des 20. Jahrhunderts. wie Alfred Kühn, Alfred Stieglitz, Carl Blossfeld, Man Ray etc. bedienten sich der Heliogravüre und stellten damit wunderschöne Blätter her.
Nur für Besessene
Als ich in den frühen [19]80er Jahren begann mich mit der Heliogravüre zu beschäftigen, musste ich oft erleben, dass mir unverbesserlich konservative Graphik- Puristen sagten: „Na ja, is‘ eh‘ nur a Heliograwua“. Das brachte mich immer zur Raserei, denn mir war damals schon klar, dass diese wunderbare Technik im Aussterben begriffen ist. Heute ist es so weit, denn es ist beinahe unmöglich geworden die nötigen Materialien zu bekommen. Seitdem die Fa. Hanfstaengel vor Jahren ihre Produktion einstellt hat gibt es kein vernünftiges Gelatine-Pigmentpapier mehr. Ich selbst habe noch einige hundert Meter in einem Tiefkühlschrank eingefroren. Nun werden auch keine Halbtonfilme mehr produziert und es bedarf eines sehr geschickten Fotolaboranten um die heutigen Filmmaterialien mit allerlei Tricks so weit zu bringen, dass sie schöne Halbtöne zeigen. Typischerweise ist gerade in den letzten Jahren das Interesse an dieser Technik wieder enorm gestiegen.
Es gibt aber in ganz Europa nur mehr eine Hand voll „Besessener“ die sich mit der Heliogravüre beschäftigen, denn man braucht extrem viel Zeit und jahrelange Erfahrung um eine gute Platte herzustellen. Es ist eine physische und psychische Tortur und der kleinste Fehler rächt sich unweigerlich. Doch diese edle Technik ist es wert! Zudem erfordert die Heliogravüre einen sehr geübten Radierungsdrucker, denn die Kupferplatten müssen für jeden einzelnen Druck erneut mit Handwalzen eingefärbt, mit der Hand gewischt und dann mittels der Radierpresse auf Büttenpapier abgedruckt werden. Die Platten erlauben sowohl bei der Herstellung, als auch beim Druck einen großen experimentellen Spielraum, sind also absolute Unikate und ihre Haltbarkeit ist beinahe unbegrenzt. Die Farben sind lichtecht und eine Heliogravüre lässt sich nicht so einfach nachmachen wie man z.B. ein Negativ nachvergrößen kann. Dagegen sind Foto-, ja sogar Barytabzüge, gar nicht zu sprechen von Inkjet, C-Drucken etc. höchstens als kurzlebige Dokumentation einer künstlerischen Arbeit und nicht als Sammlerobjekte anzusehen. Deshalb schätzen mittlerweile Museen und anspruchsvolle Sammler eine Heliogravüre viel mehr als einen Fotoabzug.
Wer bis jetzt noch nicht die Geduld verloren hat, sollte weiterlesen, wie eine Helioravüre entsteht.
Die Herstellung einer Heliogravüre gliedert sich, grob gesprochen in fünf Abschnitte.
1.) Die Aquatinta
2.) Das Gelatine-Pigmentpapier
3.) Die Zusammenführung von Aquatintaplatte und Pigmentpapier
4.) Die Entwicklung und Ätzung
5.) Der Druck an der Radierpresse.
1.) Eine hochglanzpolierte Kupferplatte wird sorgfältig entfettet und in den so genannten Staubkasten gelegt. In diesem Kasten befindet sich feinst pulverisierter syrischer Asphalt. Dieser Staub wird in dem Kasten aufgewirbelt und die Kupferplatte hineingeschoben. Der Staub sinkt nun auf die Platte. Nach einiger Zeit entnimmt man die Platte wieder, erhitzt sie an der Unterseite, wodurch der Asphaltstaub zum Schmelzen gebracht wird und nun fest auf dem Kupfer haftet, das so genannte Aquatintakorn, bestehend aus Abertausenden winzigen, geschmolzenen Asphaltpartikeln.
2.) Das Gelatine-Pigmentpapier ist ein Papierträger mit einem Gemisch aus hochwertiger Gelatine und einem Farbpigment, meistens Siena. Dieses Papier wird nun in einer hochgiftigen, wässrigen Lösung aus Chromsalzen gebadet, auf eine Spiegelglasplatte aufgequetscht und in einem abgedunkeltem Raum der freiwilligen Trocknung überlassen. Durch diesen Prozess ist die Gelatine nun lichtempfindlich geworden.
Das getrocknete Papier kommt in einen Vakuum-Kopierrahmen, darauf ein nicht gerastertes Halbton-Diapositiv. Das Galatinepapier und das Diapositiv müssen die selbe Größe haben wie die spätere Heliogravüre. Diesen Sandwich setzt man einer starken UV-Lichtquelle aus, wodurch die Gelatine partiell gehärtet (gegerbt) wird. Das heißt, durch die dunklen Schattenstellen des Dias kann wenig Licht bis an das Pigmentpapier gelangen und die Gelatine bleibt wasserlöslich. Die halbtransparenten und transparenten Stellen des Dias dagegen lassen verständlicherweise mehr Licht durch, die Gelatine wird nur graduell gehärtet und bleibt also mehr oder weniger wasserlöslich.
Schon bis hierher können unzählige Fehlerquellen das Projekt Heliogravüre gefährden, doch weiter:
3.) Die Zusammenführung der Aquatintaplatte und des Pigmentpapiers:
Die Kupferplatte kommt in eine Wanne mit Wasser, das Pigmentpapier darauf; dieses Paket wird herausgenommen und das Pigmentpapier aufgeqetscht; es sollte also durch Adhäsion innig auf der Platte haften. Hier lauert schon die nächste Fehlerquelle, denn eventuell zwischen Platte und Pigmentpapier geratene Luftbläschen würden auf der fertigen Platte als weiße oder schwarze Punkte erscheinen und das erwartete Ergebnis ruinieren, doch das weiß man leider erst am nächsten Tag.
4.) Die Platte kommt nun in ein Warmwasserbad um die 40°C – bei dieser Temperatur ist Gelatine wasserlöslich. Nach einiger Zeit lässt sich das Trägerpapier abziehen, es verbleibt nur mehr die Gelatineschicht auf der Platte. Bei dieser Handlung lösen sich manchmal leider auch Teile der Gelatine von der Platte und man muss von vorne beginnen. War man bisher sorgfältig genug, kann man nun das Gelatinebild weiter im Wasserbad entwickeln. Nach dieser Prozedur hat man ein Negativbild auf der Platte, bestehend aus einem unterschiedlich dicken Gelatinerelief. Die Schatten sind nur mit einer dünnen Gelatineschicht versehen, die Halbtöne mit einer dickeren und die Lichter mit einer ganz dicken Schicht. Die Platte kommt nun aus dem Bad und muss über Nacht getrocknet werden. Nächste Fehlerquelle: Jeder kleinste Wassertropfen, der auf der Platte stehen bleibt, ergibt im Druck eine dunkle Stelle. Stellen Sie sich das bitte in einem Porträt vor: Masern, Pockennarben, Pickel, Frostbeulen usw., fürchterlich.
Am nächsten Tag kann man zum Ätzen übergehen, ein Prozess bei dem man alles gewinnen, aber auch alles verlieren kann.
Unterschiedlich starke Eisenchloridbäder sind dafür nötig. Durch diese Ätzung sollen die Schatten tief, die Halbtöne verlaufend und die höchsten Lichter gar nicht in die Kupferplatte eingeätzt werden. Man beginnt mit der stärksten, am wenigsten wasserhältigsten Säure und ätzt damit die Schatten des Bildes, dann geht man sukzessive in die nächst schwächeren, wässerigeren Säuren über, in denen die Halbschatten, Mitteltöne usw. bis zu den hellsten Stellen geätzt werden. Ätzt man zu lange, wird das Aquatintakorn von der Säure unterwandert, bricht zusammen und die Platte ist für den Druck unbrauchbar; ätzt man dagegen zu kurz, erhält man ein flaues Resultat und das Bild ist unbrauchbar. Das ist ziemlich stressig! Diese Manipulation erlaubt einen großen Spielraum, der das Endergebnis sehr stark beeinflusst – man muss eine genauere Vorstellung über das erwünschte Resultat haben. Bei dieser Tätigkeit führe ich immer ein geistiges Zwiegespräch mit den Künstlern, um deren Wünschen möglichst nahe zu kommen.
Danach wird die Platte gereinigt, entoxidiert – nun ist sie zum Druck auf der Radierpresse bereit.
5.) Simpel gesagt ist der Vorgang folgender: Die Platte wird auf einen Wärmerost gelegt, mit einer Handwalze wird Kupferdruckfarbe aufgewalzt und gleichzeitig in die geätzten Vertiefungen gedrückt. Bei dieser Tätigkeit hat mir einmal ein Assistent einen enormen Kratzer in die mühsam hergestellte Platte gemacht, was verständlicherweise heftigste Aggressionen und Mordgelüste meinerseits auslöste. Seit dieser Zeit kommt kein Mensch mehr an meine Heliogravüreplatten heran. Sodann wird mit Netzgeweben die überschüssige Farbe abgenommen und die Platte mit der Hand sensibel und sorgfältig fertig gewischt. Die Platte kommt dann auf den Drucktisch, ein Blatt gefeuchtetes Büttenpapier darauf, darüber einige Lagen Druckfilze – danach wird sie unter hohem Druck durch die Presse gezogen. Das sind die aller spannendsten Momente in denen ich weder gestört, noch angesprochen werden will.
Der erste Abdruck ist meistens ein Schock. Die von mir so ersehnten Halbtöne sind ruppig, die Schatten flach und tot und die Lichter zugeschmiert. Grauenhaft, eine Enttäuschung sondergleichen! Jedes Mal kann ich mich nur mit Mühe beruhigen und mir vorsagen, dass das Aquatintakorn die Farbe anfänglich sehr widerwillig annimmt. Die Platte wird aufpoliert, gereinigt und erneut eingefärbt. Der zweite Abdruck zeigt schon mehr von der erwünschten Qualität, die Farbe wird geändert, entweder weicher oder strenger gemacht, erst nach einigen weiteren Probedrucken kann ich die Heliogravüreplatte richtig einschätzen und weiß, ob ich gewonnen oder verloren habe. Sollte ich unzufrieden sein, beginnt dieses aufreibende Spiel von vorne. Bin ich aber zufrieden, wird die Platte gereinigt und galvanisch mit einer Eisenschicht überzogen um während der Auflage die Töne zu schützen. Für die Auflage wird die Platte für jeden einzelnen Abzug mit der Hand eingefärbt und gewischt und sodann mittels einer Radierpresse auf Büttenpapier abgedruckt.Diese Tätigkeit verlangt sorgfältigstes handwerkliches Können, gepaart mit künstlerischem Einfühlungsvermögen.
© Kurt Zein, 2001
Wiedergabe des Textes „HELIOGRAVÜRE“, auch auszugsweise, sowie Änderungen des Textes sind nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors gestattet.
Alle Rechte verbleiben beim Autor sowie seinen Rechtsnachfolgern.
[Vortrag im Kupferstichkabinett der Akademie der Bildenden Künste am 6.6. 2001][Abgedruckt in: Wiener Kunsthefte – Zeitschrift für Druckgraphik, Nr. 3, September 2001, 5. Jahrgang, Nr. 19 der neuen Folge. Eine Publikation Der Kleinen Galerie – Gesellschaft für Kunst und Volksbildung, Wien.][2024 für die Veöffentlichung auf der Homepage überarbeitet]
GEÄTZT UND GEDRUCKT
Kurt Zein
Meinem Lehrmeister Walter Fischer gewidmet.
Über meine Ausbildung und meinen beruflichen Werdegang gebe ich gerne Auskunft: vier Klassen Volksschule plus eine Stunde Tanzschule Elmayer; im Grunde stimmt das auch so, denn meine gesamte Bildung und Ausbildung habe ich „draußen“ im Leben erhalten: durch Selbststudium, Literatur, Anregungen durch Künstlerinnen und Künstler, beratende Editoren, sowie tagtägliche, konzentrierte Ausübung meines Handwerks. Die schulische Ausbildung in den 1950er Jahren fällt hier kaum ins Gewicht, ich war kein sehr guter Schüler, bekam unterdurchschnittliche Noten, war viel zu introvertiert, trotzdem aufsässig und keinesfalls der Stolz meines Vaters. Mit einem Wort: ein Problemkind. Nur in Zeichnen und Musik hatte ich stets eine Eins.
In einem sehr konservativen Elternhaus aufwachsend, träumte ich immer davon, bildender Künstler oder Musiker zu werden. Vor die Aussicht gestellt Ziehharmonika an Stelle des von mir gewünschten Saxophons zu lernen, zog ich mich vorläufig aus der Musikausbildung zurück und warf mich auf die Zeichnung und Malerei. Um zu lernen kopierte ich anfänglich Emil Nolde und Edvard Munch, aber auch die französischen Surrealisten, was väterlicherseits damit kommentiert wurde: „Dir fällt nicht einmal was Eigenes ein, du zeichnest ja nur ab!“
Erschwerend für mich kam noch hinzu, dass mein so genanntes „Jugendzimmer“ eigentlich das Büro meines Vaters war, das bedeutete in der Praxis: bevor ich auch nur einen Pinsel ins Wasser tauchen konnte, musste ich das halbe Zimmer mit Zeitungs- und Packpapier abdecken, am Morgen durften keinerlei Spuren meiner Aktivitäten sichtbar sein, selbst mein Bett musste verschwinden. Dabei war die Wohnung groß genug, ein riesiger „Salon“ stand praktisch leer und wurde eigentlich nie benützt. Meine Stiefmutter hatte panische Angst, es könnte jemand einen Rotwein- oder Likörfleck auf ihrer blauen Samt-Sitzgarnitur hinterlassen, also: „Betreten verboten“. Dieser wunderbare, helle Raum wurde nur von einer enormen Agave, einem wertvollen Teppich und besagter Sitzgarnitur bewohnt. „Home sweet Home“ – ja, ja, die wilden 1960er Jahre.
Mein Vater hatte damals eine kleine Werbungsvermittlung und meine zaghaften künstlerischen Aktivitäten ließen in seinem Kopf die Idee entstehen aus mir einen Gebrauchsgrafiker zu machen. Die Aussicht auf vier Jahre Graphische Lehr- und Versuchsanstalt, damit weitere vier Jahre Abhängigkeit von meinem Elternhaus löste bei mir eine totale Verweigerungshaltung aus und kam für mich nicht in Frage. Der Ausspruch meines Vaters sitzt mir heute noch im Hinterkopf: „Wenn du zu blöd bist zum Studieren, dann gehst was arbeiten, was willst du werden?“ Meine zugegebenermaßen stupide Antwort war: „Ich weiß es nicht, irgendwas mit Bildern!“ Die zermürbte Verzweiflungstoleranz meines Vaters bewegte ihn dazu über seine Werbungsmittlung ein Inserat im Kurier einzuschalten: „Suche für meinen künstlerisch begabten Sohn entsprechende Lehrstelle“. Der einzige Mensch, der sich auf dieses Inserat hin meldete, war der Kupferdrucker Walter Fischer.
Weder ich noch mein Vater wussten damals, was ein Kupferdrucker ist, fürchterliche Gedanken über Kupferblech-Biegen, Urnen, Pokale u.s.w. besetzten damals meine Gedanken. Doch weil er der Einzige war, der geantwortet hatte, beschlossen wir ihn zu besuchen.
Mein Vater und ich fuhren also in den 18. Bezirk, standen vor einem Gründerhaus, durchquerten einen Gang, einen Hinterhof und standen vor der Türe eines Souterrain-Lokals. Als wir die Türe öffneten, führten noch weitere Treppen hinab, es war ziemlich dunkel, doch für mich tat sich eine Welt auf, von der ich bis dato keine Ahnung hatte: eine enorme Druckpresse mit glänzenden Metallwalzen und einem riesigen, schwarzen gusseisernen Schwung-Drehrad nahm meine Optik gefangen, Leinöl- und Terpentindüfte kitzelten meine Nase, im hinteren Raum stand ein Mann, umgeben von Farben und wischte auf einer Kupferplatte herum. Ich war begeistert! Mein Vater war schockiert! Er zog mich wieder in den Hinterhof zurück und meinte ziemlich heftig: „Bist du wahnsinnig, du willst einen aussterbenden Beruf erlernen?“ Sturerweise gelang es mir den letzten zermürbenden Schlag zu führen: „Das oder nichts!“ Dazu möchte ich noch sagen, dass sich meine damaligen Kenntnisse über „Radieren“ auf die Benützung des Radiergummis im Mitteilungsheft der Schule an die Eltern beschränkten, eventuell noch auf den Spruch: „B’soffen wie ein Radierer“, wo dieser Spruch herkommt ist mir bis heute ein Rätsel.
Walter Fischer, durchaus ein bürgerlicher Mensch, sollte die nächsten zehn Jahre meines Lebens sehr stark prägen, doch das war mir selbstverständlich in diesem Moment noch nicht klar. In seiner kleinen Werkstätte war er der absolute Meister.
So räumlich beschränkt diese Werkstätte auch war, so sachlich und doch anheimelnd war sie eingerichtet: Stellagen mit Pappkartons zum Trocknen der bedruckten, feuchten Büttenbögen, eine Papier-Schlagschere auf der auch Kupferplatten zugeschnitten wurden, ein alter Schreibtisch, zwei wunderschöne, alte, gusseiserne Radierpressen und zwei kleine Fenster. Ja, die Fenster: das waren neben den beiden Kupferdruckpressen meine absoluten Lieblinge. Vor diesen Fenstern hingen schräg befestigt zwei Rahmen mit Seidenpapier bespannt, so genannte Blenden. Diese Blenden hatten den Zweck das eindringende Licht zu zerstreuen um die einzufärbenden Metallplatten spiegelfrei zu halten. Was sich hinter diesen Blenden verbarg, man konnte ja nicht hinaus sehen, entdeckte ich erst viel später: lang gestreckte, verwilderte Gärten, die ich in der Mittagspause durchstreifte, stets darauf bedacht wieder pünktlich am Arbeitsplatz zu erscheinen. Heute sind diese Paradiese sicher schon total verbaut. Zurück zu den Fenstern – diese tauchten den an sich dunklen Raum beinahe stündlich in ein anderes Licht, manchmal mystisch, manchmal spotartig beleuchtend, bei Wolkenlage diffus – weiches Licht gebend. Unter diesen Fenstern standen elektrisch geheizte Wärmeplatten mit dem Zweck die einzufärbenden Kupferplatten warm zu halten um die Leinöl-Druckfarben besser auftragen und wischen zu können. Umgeben waren diese Wärmeplatten mit Regalen, auf denen bis zu 20 speziell angemischte Farben auf Pergamentpapieren platziert waren und bei jeder dieser Farben lag ein Wattestäbchen oder Farbtampon. Ich durfte vorerst nur dabeistehen und zusehen, wie der Meister all diese Farben auf Kupferplatten applizierte, die Farben sodann mit Rasierklingen-bestückten Haltern abzog und die Platten mit der Hand fertig wischte. Ich war schwerstens beeindruckt, wie souverän, ja beinahe selbstverständlich er agierte. Genau diese Selbstverständlichkeit seiner Handbewegungen verführte mich, trotz meiner Schüchternheit, eines Tages dazu den Spruch loszulassen: „Ich glaub‘, das kann ich auch.“ Welcher Teufel damals Walter Fischer geritten hatte, ist bis heute unbesprochen, er meinte nämlich: „Na dann versuch’s doch einmal.“
Schon das Einfärben der Druckplatte gestaltete sich wesentlich schwieriger, als ich mir das vorgestellt hatte, eigentlich war es ein Drama. Das wahre „Desaster“ ereignete sich aber erst, als ich den Rasierklingen-Halter zur Hand nahm. Mit der ersten Bewegung zog ich mit der Kante der Rasierklinge eine Furche in die Platte, für deren Tiefe man normalerweise eine Ätz-Zeit von circa vier Stunden benötigt, natürlich genau an einer Stelle, wo der feinste, zarteste Aquatintaton lag. Ich war bleich, er wurde bleich. Ich flippte und dachte: „Jetzt bin ich entlassen.“ Er aber blieb relativ gelassen und reparierte etwa zwei Stunden lang mit Polierstahl und Roulette den von mir angerichteten Schaden. Da hatte ich das erste Mal das Gefühl: „Dieser Mann ist mir äußerst wohlgesonnen!“ Er spürte höchstwahrscheinlich, dass hinter meiner verklemmten Fassade doch noch etwas Anderes steckt. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.
In der Folge weihte er mich in die Geheimnisse des Farbmischens ein: wie man aus starken Grundfarben die feinsten Töne zaubern kann, wie man eine Farbe mit der Komplementärfarbe bricht um sie angenehmer für das Auge zu machen, welche Auswirkungen eine steife oder geschmeidige Farbe auf das Druckbild der Graphik hat, welch zarte und zugleich haptisch präsente Farbtöne ein Zusatz von Kremserweiß hervorzaubern kann. Ich war in einem pubertären Rausch, das andere Geschlecht spielte noch keine Rolle: viel zu verklemmt, viel zu unsicher, viel zu sprachlos, viel zu pickelig der Bursche. Freunde hatte ich auch sehr wenige. So stürzte ich mich voll in dieses Berufsabenteuer. An alten, bereits ausgedienten Kupferplatten lernte ich, wie die Farben aufzubringen sind, wie man diese Platten zart mit der Hand wischt und nicht auswischt. Ich erfuhr etwas über unterschiedlichste Büttenpapiere, Druckfilze und wie man überhaupt eine Radierpresse bedient. Diese Pressen wurden damals noch nicht durch einen Motor, sondern mittels eines Schwung- oder auch Sternrads bewegt. Zwar bekam ich bald mehr Kraft und Muskeln, trotzdem war es sehr hart für mich die eisernen Walzen und das schwere gusseiserne „Druckbrett“ zu bewegen – manches Mal musste ich keuchend aufgeben. Für jeden gelungenen Druck belohnte ich mich selbst heimlich mit einem schokoladegefüllten Zuckerl – vielleicht ist das der Grund, weshalb ich schon seit Jahrzehnten überhaupt keine Süßigkeiten mehr zu mir nehme.
Meister Fischer lehrte mich auch jene konzentrierte Handwerksdisziplin, von der ich heute noch profitiere. Und das alles ohne schwere Repressalien. Mit locker eingestreuten Bemerkungen wie: „Einer Graphik darf man niemals ansehen, ob du verkühlt warst, ob du verliebt warst, ob du Schwierigkeiten mit dir hast und so weiter, das interessiert die Kundschaft nicht“, wies er mir den richtigen Weg. Und Recht hatte er, noch heute landen misslungene Drucke unweigerlich zerrissen und zerfetzt in der Altpapiersammlung.
Je sicherer meine Handgriffe wurden, um so mehr durfte ich mich an die echten Druckplatten heranwagen. Diese Graphiken waren zum größten Teil Stadtveduten, sehr oft durchaus komplizierte Radierungen mit vielen Farben und mehreren Platten, die ich Druck für Druck erneut einfärben und passgenau übereinander drucken musste. Zu meinen Lieblingsbeschäftigungen zählte auch das Abdrucken von alten Heliogravüre – Platten. Die Aufgabe bestand darin von einer einzigen Platte mehrfarbige Abzüge herzustellen. Die Darstellungen auf diesen Kupferplatten waren z.B. Motive von Dürer, Rembrandt, den italienischen Madonnenmalern usw.; mein Favorit war allerdings Carl Spitzweg. Sehr deutlich erinnere ich mich noch an den „armen Poeten“ und den „Bücherwurm“. Dieser Büchernarr, vor einer enormen Bibliothek hoch oben auf der Leiter stehend, unter jeden Arm ein Buch geklemmt und kurzsichtig in einem weiteren schmökernd, das ist die absolut gelungene Darstellung eines „Manischen“. Diese Platte wurde zuerst gänzlich mit einer warmen und eher neutralen Grundfarbe eingefärbt und gewischt. Dann erst begann die Arbeit, die sehr mit Malerei verwandt ist. Erst viel später erfuhr ich, dass diese Technik mit Wattestäbchen und Farbtampons auf Französisch den wohlklingenden Namen „à la poupée“ hat – bei uns hieß es wienerisch lapidar „einfärben“. Der Frack und die Schuhe des Bücherwurms bekamen eine dunkle Farbe, wobei genau darauf zu achten war, dass mit dem relativ plumpen Wattestäbchen die Kontur eingehalten wird. Dann kam oben geschilderter Rasierklingen-Halter zum Einsatz, damit wurde die überschüssige Farbe scharf abgespachtelt und mit der Hand gewischt. Im gleichen Verfahren erhielten die Bücherregale einen Holzton, die Bücherrücken rote, grüne, blaue und braune Farbtöne, selbst auf die Wange und die Nasenspitze wurde ein zartroter Ton appliziert. Ein schönes, doch mühsames Unterfangen, das höchste Konzentration erforderte, denn jeder kleinste Fehler rächte sich mit einem misslungenen Abdruck.
Die kleine Werkstatt Walter Fischers wurde bald zu eng und so mietete er am Rand von Wien einige Zusatzräumlichkeiten, was für mich bedeutete, jeden Tag um halb sechs Uhr früh aufzustehen und über eine Stunde mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Oberlaa zu fahren, denn U-Bahn gab es noch keine und Arbeitsbeginn war pünktlich um sieben Uhr. Fischer hatte zu dieser Zeit noch einen zweiten angelernten Helfer, der allerdings nur einfache Massenware druckte – die essentiellen, komplizierten Dinge blieben Fischer und mir überlassen. Damals kamen auch schon zeitgenössische Künstler in die Druckerei: Ernst Fuchs, Anton Lehmden, Wolfgang Hutter, aber auch radikalere wie Alfred Hrdlicka, Adolf Frohner und angeregt durch Otto Breicha die Gruppe „Wirklichkeiten“. Da bemerkte ich erst, wo meine „wahre geistige Heimat“ liegt. Viele von ihnen wollten ihre Radierungen unbedingt nur von mir gedruckt haben, sie drängten mich auch immer mehr dazu, mich selbständig zu machen. Ich aber war zu feig, hatte auch kein Geld, nur Schulden. Meine ganzen Ersparnisse waren für den Erwerb einer Junggesellenwohnung und eines fahrbaren Untersatzes draufgegangen. Besonders aber Adolf Frohner ließ nicht locker, versprach mich zu unterstützen und mich mit Arbeit zu versorgen. So mietete ich im 16. Bezirk um wenig Geld einen feuchten, finsteren Keller. Das einzige Tageslicht drang durch ein ausgestanztes Blumenmuster an einer eisernen Lüftungsabdeckung ganz oben an der Wand. Geld für eine Druckerpresse hatte ich auch nicht, und so kaufte ich mir eine alte Wäschemangel und ersetzte die hölzernen Rollen durch zwei metallene. Ein Koks-Ofen und dilettantisch zusammengenagelte Arbeitstische komplettierten meine Ausrüstung. Der Keller war so feucht, dass der schimmlige Verputz bei der leisesten Berührung quadratmeterweise abbröckelte. In diesem Loch werkte ich an Wochenenden und oft auch nachts.
Zu dieser Zeit lernte ich auch meine jetzige Frau Marjatta kennen, die damals aus Finnland kommend in Wien als Au Pair Mädchen arbeitete. Unser erstes Rendezvous ist eine erzählenswerte Geschichte und heute lachen wir noch oft darüber. Wir hatten ein Treffen vereinbart – sie kam wunderbar geschminkt und gekleidet und ich versprach ihr einen besonders interessanten Abend. Sie dachte an Disco oder Restaurant – ich hatte aber anderes vor. Ich fuhr sie in den 16. Bezirk und konnte sie mühselig überreden mit mir den Keller zu betreten, heizte den Ofen ein, es war kalt, drückte ihr eine Flasche Cola in die Hand und begann zu arbeiten. Sie war ziemlich schockiert und fragte sich, mit welchem Wahnsinnigen sie sich da eingelassen hatte. Andererseits war sie aber auch von dieser seltsamen Tätigkeit des Platten-Einfärbens und Abdruckens fasziniert. Als ich mit der Arbeit fertig war, brachte ich sie wieder nach Hause. Das war’s! Tagelang hörte ich nichts mehr von ihr, ich war zwar sehr traurig, doch war mir auch klar, dass ich mich mit keiner Frau einlassen kann, die meine Arbeit nicht schätzt. Erfreulicherweise meldete sie sich eines Tages wieder und erklärte, dass sie einige Zeit benötigt habe, um dieses Erlebnis zu verdauen – so etwas kannte sie nicht einmal aus Büchern von F.M. Dostojewski. An diesem Abend gingen wir in das „Josephinum“, einen Wiener Jazzkeller und eine wunderbare Beziehung begann, die bis heute anhält. Sie blieb in Wien und studierte an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt Fotografie. Bis jetzt ist sie meine unverzichtbare Beraterin, meine schärfste Kritikerin und meine Organisatorin. Ohne sie wäre die Werkstatt Zein in ihrer heutigen Form undenkbar. Vielleicht, so frage ich mich oft, habe ich eine mögliche Karriere meiner Frau als Fotokünstlerin behindert. Sie bestreitet dies allerdings energisch. Sie hat mir auch eine wunderbare Tochter geschenkt, – eine starke Frau!
Zurück zu meinem Versuch, mich selbstständig zu machen. Obwohl ich alle erforderlichen Prüfungen mit Auszeichnung bestanden hatte, verweigerte mir die Innung meinen Gewerbeschein. Mir kommt heute noch die Galle hoch, wenn ich daran denke! Was jetzt folgte ist ein typisches Beispiel für die verfilzte Freunderlwirtschafts-Gewerbeordnung in dieser Zeit, die anscheinend nichts anderes zu tun hatte, als junge Menschen daran zu hindern, sich mit ihrem Können auf eigene Beine zu stellen. Der damalig zuständige Innungsmeister hatte selbst eine Kupferdruckerei und erklärte schlichtweg: „In Wien besteht kein weiterer Bedarf an Kupferdruckern und basta, kein Gewerbeschein! Arbeiten Sie doch lieber bei mir.“ Eine unerhörte Schweinerei, doch da war vorerst nichts zu machen, nicht einmal Empfehlungsschreiben von Künstlern nützten da etwas. So pfuschte ich weiter in meinem Keller dahin, nicht wissend, wie es weitergehen sollte.
Da kam mir ein unverhoffter Zufall zu Hilfe. Die Radierplatten aus Kupfer müssen, um bei einer Auflage nicht einen Qualitätsverlust zu erleiden, galvanisch mit einer Eisenschicht überzogen werden. In meinem Keller hatte ich nicht einmal einen Wasseranschluss und schon gar keine Möglichkeit, mir dort ein galvanisches Bad einzurichten. Zu diesem Zweck ging ich immer wieder zu einem Galvaniseur, dem ich eines Tages auch mein Leid klagte. „Moment“, sagte er, „ich habe von meinem Vater eine gültige Konzession für Kupferdruck und eine für Galvano. Die Kupferdruck Konzession würde ich Ihnen für einen bestimmten Betrag abtreten.“ Die früheren Kupferdrucker benötigten eine eigene Konzession für den Druck und eine separate um ihre eigenen Platten zu „verstahlen“. Er wollte 20.000,– ATS (heute 1.453,46 Euro) auf die Hand, dann würde er den Druckergewerbeschein zu meinen Gunsten zurücklegen. Abgesehen davon, dass dies damals ein ungeheurer Betrag war, hatte ich überhaupt keine Ahnung, wo ich das Geld auftreiben sollte – ich war vollkommen blank und ratlos.
Als ich im Streit von zu Hause ausgezogen war, hatte mir mein Vater nachgeschrien: „Du bist sowieso zu blöd, dich selbst zu ernähren, in einer Woche bist eh wieder da!“ Meine Antwort war: „Bevor ich von dir auch nur einen Groschen nehme, verhungere ich lieber“, und dabei wollte ich auch bleiben. Neben meiner Druckarbeit dekorierte ich noch für ein großes Verkehrsbüro Auslagen und hatte so wenigstens dreimal im Jahr ein fixes Einkommen. Meinen gesamten Verdienst verbrauchte ich damals für die Wohnung, für die freiwillig bezahlte Sozialversicherung und für Investitionen wie Druckpapier, Trockenpappen, Farben usw. Gelebt haben meine Frau und ich von der kleinen Studienbeihilfe, die sie von ihren Eltern aus Finnland bekam. Wir hatten zwar wenig Geld, waren aber fröhlich und hatten nie das Gefühl, dass uns irgend etwas fehlt.
Ein Künstler streckte mir den Betrag für die Konzessionsrücklegung vor, ich sollte es später abarbeiten. Das war die Rettung! Ich ließ es mir nicht nehmen persönlich beim Innungsmeister zu erscheinen, knallte ihm das Papier auf den Tisch und schrie ihn an: „Na, jetzt verhindern sie noch einmal meinen Gewerbeschein, wenn Sie können!“, und spuckte vor ihm auf den Boden. Das war meine Art von Triumphgeheul. Endlich hatte ich meinen Gewerbeschein.
Da traf mich ein harter Schicksalsschlag, der mich dazu bewog endlich Ernst zu machen und geeignetere Räumlichkeiten an Stelle des Kellers für meine Arbeit zu suchen. Mein Keller war dermaßen feucht, dass unmöglich daran zu denken war dort fertig gedruckte Radierungen zu trocknen, man konnte sie eher feucht halten. So musste ich jeden Abend die fertig gedruckten Blätter ins Auto packen, in meine winzige Wohnung transportieren und dort zwischen Holzpappen trocknen. Bei einem dieser Transporte hatte ich einen Autounfall. Regennasse Straße, ein unbeachteter Rechtsvorrang, es erwischte mich ein anderes Auto so unglücklich von rechts hinten, dass sich mein kleines Fahrzeug drehend in die Luft hob und ich mitsamt der Autotüre gegen eine Hausmauer flog. Ich war nicht angeschnallt! Als ich nach einer kurzen Ohnmacht wieder erwachte, hörte ich gerade die Rettung kommen und sah aus den Augenwinkeln, wie der gesamte Verkehr über meine gedruckte Auflage rollte. Es war zum Heulen! Glück im Unglück, außer einem gebrochenen Schlüsselbein und einem leichten Schädeltrauma erlitt wenigstens ich keinen nennenswerten Schaden.
Gleich nach meiner Ausheilung verschuldete ich mich bis über beide Ohren bei der Bank, mietete im 12. Bezirk eine aufgelassene Tischlerei, richtete sie ein, ließ mir eine Presse bauen und legte los. Die Künstler schätzten mich, Arbeit war genug da, es waren die 1970er Jahre, die Kunstszene in Wien erwachte langsam und ich hatte allen Grund optimistisch zu sein.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich eher mit der druckerischen Seite meines Berufes auseinandergesetzt. Das Grundieren, Zeichnen und Ätzen der Radierplatten erarbeiteten damals die Künstler meist noch in ihren Ateliers. Manche von ihnen besaßen auch eine Radierpresse, auf der sie selbst die ersten Probeabdrucke herstellten. Mit diesen Probeabzügen kamen sie zu mir, bezeichneten oftmals ihre Probedrucke als misslungen und ließen sich von mir einen „ordentlichen Profidruck“ anfertigen um zu sehen, was die Platte tatsächlich hergibt. Bei diesen Gelegenheiten äußerten sie oft ihre Wünsche, hier sollte man eine feine Aquatinta über die Platte legen, eventuell da eine gröbere Kaltnadel und gerne dort noch eine zarte Pinselätzung. Es war für mich allerhöchste Zeit zu lernen, wie die radiertechnische Seite meines Berufes zu meistern ist. Und zwar schnell! Walter Fischer hatte mir zwar eine sehr fundierte Ausbildung als Drucker vermittelt, mich aber niemals in die alchemistische Seite meines Berufes eindringen lassen.
Ich besorgte mir also alle nur erhältlichen Fachbücher über Original-Druckgraphik. Ich ließ mir einen Aquatintakasten bauen, besorgte Säuren und Ätz-Aannen, Grundierwalzen aus Leder und vieles mehr. Für mich begann ein lustvoll- experimenteller Lernprozess. Jedoch so leicht, wie ich mir das in meiner Naivität vorgestellt hatte, ist die Radierkunst nicht zu erlernen. Das war anfänglich sehr frustrierend, eine Niederlage schloss sich nahtlos an das nächste Scheitern an. Nächtelang stellte ich Versuche an, eine feine, dichte Aquatinta aufzustauben, anzuschmelzen und von den zartesten Tönen bis zum tiefsten, samtigsten Schwarz zu ätzen. Kaum hatte ich die feine Aquatinta halbwegs im Griff, schon versuchte ich eine möglichst grob strukturierte, malerische Aquatinta zu erreichen.
Dass mich meine Frau zu dieser Zeit nicht verlassen hat, spricht für ihre große Liebe zur Druckkunst und ist ihr hoch anzurechnen. Als wir uns einen mühsam zusammengesparten Campingurlaub in Griechenland leisteten, saßen wir abends am Strand und betrachteten den wunderschönen Abendhimmel – sie war romantisch gestimmt – ich murmelte andauernd Zahlen vor mich hin. Auf die Frage: „Was denkst du?“, musste ich zugeben, dass ich mir im Kopf die Ätz-Zeiten für den Himmel und die Wolken ausrechnete. Da war’s aber knapp vorbei am endgültigen Krach. „Jetzt spinnst du schon total, lass‘ wenigsten im Urlaub locker!“, war noch ihre harmloseste Aussage. Diese Situation war nur mehr mit einem Glas Retsina und einem griechischen Bauernsalat zu retten. Wohlweislich verschwieg ich, dass mich die Buntheit des Salates dazu verführte, Überlegungen darüber anzustellen, wie viele Farbplatten man für diese schöne Farbpalette wohl benötigen würde.
Und wieder einmal kamen mir Künstler zu Hilfe und weihten mich in ihre radiertechnischen Geheimnisse ein. Heinrich Heuer z.B. lehrte mich die äußerst subtile Technik der Weichgrund-Radierung (vernis mou). Mit vernis mou ist es möglich Bleistift-Kreide- und Pastell-ähnliche Zeichnungen auf die Kupferplatte zu bannen, wenn man diese Technik nur beherrscht. Alles was Struktur besitzt, kann man in diesen weichen Grund hineindrücken und dann vertieft ätzen. Der Handkupfertiefdruck bringt dann die Farbe so haptisch auf das Büttenpapier, dass man das Gefühl hat, es sitzen Kreide-, Kohle- oder Pastellpigmente auf dem Papier. Besonders die Zeit der französischen Impressionisten ist mit außergewöhnlich gut gelungenen vernis mou Blättern in der Kunstgeschichte vertreten.
Ich „kochte“ mir auch selbst, nach alten Rezepten, Ätz-Gründe bestehend aus Asphalt, Bienenwachs, venezianischem Terpentin, Lavendelöl und Schusterpech – die käuflichen Ätz-Gründe genügten schon bald nicht mehr meinen Ansprüchen. Die Künstler sollten frei, ohne klebrigen oder splittrigen Widerstand auf den Platten arbeiten können. Andere Künstler aber wollten wiederum genau einen splitternden Ätz-Grund, dafür schmolz ich dann Colophonium zusammen und setzte es dem Radiergrund zu, schon gab es einen lebendigen, splittrigen Strich.
Mein bevorzugtes Ätz-Medium, das Eisen-Chlorid ist eigentlich keine Säure, erzeugt beim Ätzen von Kupfer keinerlei Dämpfe und ist verlässlich. Ich behauptete immer, man könne es ohne weiteres mit Wasser verdünnt zum Frühstück trinken, das hilft sicher gegen Eisenmangel. Als ich aber eines Tages mit experimentellen Ätzungen einer Aluminiumplatte beschäftigt war, erlebte ich mein „blaues Wunder“. Ich legte die Aluplatte in das Eisenchlorid um sie zu ätzen, vorerst spielte sich nichts ab und so beschäftigte ich mich mit anderen Dingen. Brodelnde, zischende Geräusche aus der Ätzkammer, die immer lauter wurden, ließen mich nachsehen, was da eigentlich los war. Es war die Hölle los! Aus der Ätz-Wanne stieg eine orange, beißend stinkende Wolke bis an die Decke, diese „harmlose“ Säure kochte, die Ätz-Wanne begann sich langsam zu verformen und die Aluplatte zischte irgendwie leidend in der Wanne herum. Als ich versuchte die Platte ohne Gummihandschuhe aus der Wanne zu nehmen, verbrannte und verätzte ich mir die Hand. Ich war so schockiert, dass ich die Platte ihrem Schicksal überließ, das Fenster aufriss, die Werkstatt zusperrte und in das nächste Beisl auf einen Schnaps ging. Etwa eine halbe Stunde später fand ich die traurigen Reste der Aluminiumplatte vor, die Säure war gallertartig verdickt – man kann sagen: dieses Experiment war wieder einmal ein ausgewachsener Fehlschlag, was mich aber nicht daran hinderte, sondern eher anstachelte weiter zu experimentieren. Heute sind Ätzungen auf Aluminium kein Problem mehr für mich, ich kann von feinsten Strichen bis zu den brutalsten Ätzungen alles realisieren; zusätzlich ergibt dieses Metall im Abdruck einen sehr schönen Plattenton.
Radiertechniken wie die Zuckertusche erlauben es dem Künstler kalligraphisch, frei auf der Metallplatte zu malen. Die Kaltnadel, eine zu Unrecht als „sperrig“ bezeichnete Technik, ermöglicht ein Spektrum von feinster Subtilität (Rembrandt) bis zur gröbsten Vorgangsweise, bei der auf der Platte richtige Kraterlandschaften aus Metall stehen.
Für mich wurde die Welt rundherum immer abdruckbarer, in jeder alten Tischplatte deutete ich die Spuren der Benützung als mögliche Druckgraphik, Strukturen an Gemäuern ließen mich an chinesische Steinabreibungen denken, im Asphalt der Gehwege und Straßen sah ich Druckbares, selbst die geätzten Glasscheiben in alten Gasthäusern waren für mich Druckplatten. Ich war schon wieder in einem beglückenden Rauschzustand.
Meine eigenen künstlerischen Äußerungen hatte ich schon lange eingestellt. Ich wollte nicht, dass der mittelmäßige Künstler Zein dem Drucker Zein eifersüchtig im Wege steht. Bei einer Geburtstagsfeier zerriss ich einmal eines meiner alten Werke, warf es in den Ofen, und zündete es zum Gaudium der Gäste an. Und weil ich schon dabei war, gleich noch eine Zeichnung, ein Aquarell, ein kleines Ölbild usw., der Ofen glühte und wir hatten die ganze Nacht großen Spaß. Als uns das „Brennmaterial“ ausgegangen war, hatte ich das Gefühl der Befreiung von einer Last. Am nächsten Tag beschlich mich schon ein wenig Wehmut, sozusagen zum Kater nach der Feier auch noch ein kleiner Psychokater, doch das war bald überwunden und ich war froh, so gehandelt zu haben.
In den 1970er Jahren entwickelte sich unter Wiener Radierkünstlern ein seltsamer Stil Farbradierungen herzustellen. Gelb wurde aus der Farbdose genommen, auf die Platte geschmiert und so lange herumgerieben, bis eine graugrünliche, für mich widerliche Farbe entstand – eigentlich strebten sie ein leuchtendes Gelb an. Gleichermaßen verfuhren sie mit Zinnober und Cyanblau. Diese Blätter waren zusätzlich wellig und dreckig, oftmals auch eingerissen, ich fand diese Druckgraphiken dilettantisch gemacht und ekelhaft aussehend. Das Büttenpapier ist leider zu hart, um es dem entsprechenden Zweck zuzuführen. Diese Meinung habe ich auch des Öfteren lautstark von mir gegeben. Einige Künstler und Kunstkritiker haben mir das bis heute nicht verziehen.
Man kann das natürlich auch unter dem Motto sehen: „Kaum kann er’s ein wenig, wird er schon größenwahnsinnig.“ Das stimmt aber nicht! Zu dieser Zeit hatte ich einen sogenannten „Jour Fixe“ in der Bibliothek der Wiener Albertina. Dort studierte ich Blätter der alten Radiermeister. Normalerweise darf man sich diesen Blättern ohne Glasschutz nur bis auf 30 Zentimeter nähern; ein speziell ausgebildetes Personal legt die Graphiken vor und achtet darauf, dass nicht der kleinste Atemhauch das Blatt streift. Ich habe es selbst einmal erlebt, wie eine Kunsthistorikerin neben einem Dürer-Holzschnitt mit einem Kugelschreiber herumfuchtelte und deshalb lautstark aus dem Saal entfernt wurde. Vermittelt durch Dr. Veronika Birke durfte ich den Graphiken mit Mundschutz und Lupe versehen auf den Leib rücken. Nur so ist es möglich, in die Mikrostruktur der Blätter einzudringen um den alten Meistern auf ihre Schliche zu kommen. Ich besuchte sehr viele Galerien, fuhr auch zu Kunstmessen um spionierend zu studieren, was denn meine Druckerkollegen in der übrigen Welt so machen. Neben vielem „Mist“ stieß ich auch auf exzellent gemachte und gedruckte Graphiken. Langsam begriff ich, dass es immer wieder dieselben Werkstätten in Paris, London, Berlin, Madrid, Kopenhagen, Rom und den USA waren, aus denen großartige Künstlergraphiken kamen. Es war immer deutlicher zu erkennen, wo meine wahren Vorbilder und Kollegen sitzen und diesen galt es nachzueifern.
Ich legte mir die Qualitätslatte sehr hoch, trachtete danach sie auch zu erreichen und wurde dafür von vielen Künstlern als Handwerker geschätzt. Das führte eines Tages sogar dazu, dass ein damals sehr erfolgreicher Künstler mit der Frage an mich herantrat: „Was kostet ihre Werkstätte einschließlich Ihrer Person?“ Ich dachte nicht im Traum daran meine eben erworbene Freiheit schon wieder einzubüßen und mich in eine neue Abhängigkeit zu begeben. Dies sagte ich ihm sehr deutlich und komplimentierte ihn aus meiner Werkstatt hinaus. Seine erbosten Abschiedsworte klangen für mich wie ein Kompliment: „Da hat man endlich einen Drucker wie in Paris und dann spinnt der Kerl!“ Trotzdem war ich leicht verunsichert. Als ich abends nach Hause kam, erzählte ich Marjatta diese Geschichte. „Ich glaube, heute habe ich einen großen Fehler gemacht und den einzigen Künstler, der tatsächlich Geld hat, hinausgeschmissen“, meinte ich. Sie sagte nur lapidar: „Du hast vollkommen richtig gehandelt.“ Ein abschreckendes Beispiel für mich war das Pärchen Horst Janssen, ein großartiger deutscher Künstler, und sein sehr talentierter Drucker Frielinghaus. Sie haben gemeinsam wunderbare Radiersuiten geschaffen. Diese andauernde Zweisamkeit führte allerdings auch dazu, dass Frielinghaus oft um zwei Uhr früh von dem sturzbetrunkenen Künstler aus dem Bett geholt wurde, ihn mit weiteren Alkoholika versorgen und dann Probedrucke anfertigen musste. Er hatte so gut wie kein Privatleben mehr und mit der nachlassenden Schaffenskraft Janssens ging auch Frielinghaus unter. Solch ein Schicksal wollte ich mir ersparen.
Zu dieser Zeit gab es in Wien eine Edition: Euro-Art, „Kunst ins Volk“ mit hohen Auflagen von „sogenannten“ Originalgraphiken. Die Auflagen bewegten sich zwischen 3000 und 5000 Stück. Seriegraphien, also fotografisch hergestellte und von automatischen Maschinen gedruckte Siebdrucke, wurden als handgedruckte Siebdrucke dargestellt, Offsetdrucke, als Grano-Lithografien bezeichnet, sollten so für Original-Lithografien gehalten werden usw. Begleitet wurden diese üblen Machenschaften von einer Werbemaschinerie, die den Kunstinteressierten einhämmerte, sie hätten eine „Aktie an der Wand“. Diese Betrügereien haben den österreichischen Druckgraphikmarkt auf Jahrzehnte hinaus ruiniert. Pfui Teufel! Noch heute erhält man in manchen Ramschläden diese bedruckten Papiere zu einem Bruchteil dessen, was sie früher gekostet haben – wer so etwas als „Schnäppchen“ ansehen will, ist selbst schuld. Einige wenige Original-Radierungen und Lithographien waren auch in dieser Edition, und so sind die Herren von Euro-Art auch bei mir in der Werkstatt aufgetreten, um die Radierungen drucken zu lassen. Sie wollten allerdings kaum etwas für meine Arbeit bezahlen, denn an Qualität waren sie nicht wirklich interessiert. Sie argumentierten, dass ich dafür die nächsten zwei Jahre mit Arbeit versorgt wäre. Erstens roch ich schon wieder die Falle der Abhängigkeit und zweitens bin ich eine Werkstatt für handgedruckte Original-Graphik und keine Reproduktionsanstalt. So druckte ich für manche Künstler die ersten 100 Blätter dieser Radierungen, mit der weiteren Massenproduktion aber wollte ich nichts zu tun haben. Natürlich waren auch die Künstler mitschuldig, dass sie dieser Versuchung erlegen sind. Verständlich daran war nur der Wunsch ihre künstlerischen Ideen verbreiten zu können. Diese Inflation an Drucken war ein trauriges Kapitel!
Viel besser gefiel mir da schon die „edition etudiante“. Das war wirklich eine seriöse Angelegenheit, mit Auflagen bis zu maximal 100 Abzügen. Die Künstler erarbeiteten selbst die Druckplatten und keinerlei nicht-deklarierte fotografischen Hilfsmittel wurden dafür verwendet. Radierungen dieser Edition waren damals um relativ wenig Geld zu erwerben. Heute sind viele dieser Künstler international bekannt und der Wert der Graphiken ist um ein Zigfaches gestiegen. Das ist tatsächlich eine Aktie an der Wand! Und mir hat es auch noch sehr großen Spaß gemacht. Dadurch, dass größter Wert auf die handwerkliche Qualität gelegt wurde, gab es bald einen Sammlerkreis, der gespannt darauf wartete, bis die nächste Graphik editiert wurde. Es wurde dann für einige Stunden eine Wiener Diskothek gemietet, die Graphik dort vorgestellt und auch gleichzeitig verkauft. Die Sammler sind teilweise bis auf die Straße hinaus Schlange gestanden und viele von ihnen zählen noch heute zu meinen Freunden. Ich war jedes Mal so aufgekratzt, dass ich mir nach der Präsentation die Seele aus dem Leib tanzte. Diese Edition hat auch meinen guten Ruf als Drucker sehr gefestigt.
Über internationale Galerien, die meine Arbeit schätzten, kamen auch immer mehr ausländische Künstler zu mir. So eines Tages auch der Brite Richard Hamilton. Er hatte sich mit dem von mir sehr bewunderten belgischen Drucker Aldo Crommelynck so weit in eine Farbradierung hineingesteigert, dass dieser seine eigenen Aquatintaplatten nicht mehr drucken konnte. Das war eine Aufgabe für mich, bei der ich all meine Sünden abgebüßt habe. Abgesehen davon, dass die Passer- Schwierigkeiten der fünf Druckplatten enorm waren, war die Aquatinta der reinste Horror. Selbst der zartest gehauchte Wischer meiner Hand verursachte Spuren auf der Platte. Der enorme Andruck meiner Presse, der nötig war um diese Aquatinta überhaupt halbwegs glatt zu drucken, hinterließ die Struktur meines Druckfilzes. Es war zum Verzweifeln und des Öfteren wollte ich schon das Handtuch werfen. Gleichzeitig war mir jedoch bewusst, dass ich in der internationalen Auslage stand und beobachtet wurde: schafft es der Drucker in Wien oder scheitert er auch so wie Crommelynck an diesem Blatt? Bei einer verzweifelten Nachdenkpause kam mir dann die rettende Idee. Ich fertigte zwei weitere Druckplatten mit einer feinen, doch sehr stabilen Aquatinta an. Diese Flächen druckte ich so passergenau unter die Radierung, dass sie selbst Richard Hamilton nicht entdeckte. Die Radierung hatte letztendlich eine distanzierte, beinahe überirdische Ausstrahlung und das war ganz im Sinne des Künstlers. Erst sehr viel später verriet ich ihm meinen Trick, er lachte und meinte: „You’re an excellent printer and a quite clever man.“
Durch Richard Hamilton auf mich aufmerksam gemacht, besuchte mich bald darauf der amerikanische Künstler Jim Dine. Ich vermutete, dass er zuerst einige von mir gedruckte Graphiken sehen wollte, innerhalb kürzerster Zeit aber wurde er unruhig. „I’ve seen a lot of prints in my live, these are one of the best, let’s cut some plates“, meinte er und schon waren wir mitten im Arbeiten. Eigentlich plante er nur 14 Tage in meiner Werkstatt zu arbeiten, er blieb dann aber drei Monate. Mit der Kettensäge attackierte er riesige Holzplatten, mit winzigen Elektrofräsern vollendete er dann diese Holzschnitte. Mit Winkelschleifern, bestückt mit gröbsten Schleifscheiben, rückte er großen Kupferplatten zu Leibe. Mit einer Elektrofeile machte er sich über Kartonplatten her, die dann von mir gehärtet, wunderbare Strukturen im Abdruck zeigten. Er fertigte aber auch viele „klassische“ Strichradierungen an. Das war schon wieder ein extremer Arbeitsrausch und eine schöne Freundschaft entstand.
Das sind nur zwei symptomatische Beispiele dafür, was sich in meiner Druckwerkstatt in all den Jahren, und bis heute, abspielt. Mit vielen österreichischen und ausländischen Künstlerinnen und Künstlern bin ich zeitweilige Arbeitsgemeinschaften eingegangen um an Graphikprojekten mitzuwirken und jede Zusammenarbeit war stets von gegenseitigem Respekt und Hochachtung getragen.
Die Generationen der Künstler, mit denen ich arbeite, wechseln ständig, manche von früher sind geblieben, junge Künstler sind dazugekommen. So spannt sich ein großer Generationsbogen über meine Werkstatt. Und endlich kommen auch seit längerer Zeit mehr Künstlerinnen. Die Druckgraphik war früher eher eine reine Männerdomäne, das hat sich glücklicherweise geändert. Neben meiner klassischen und experimentellen Arbeit beschäftige ich mich auch seit Jahren mit „Photographischen Edeldrucktechniken“ wie zum Beispiel der Heliogravüre, dem Gelatine-Pigmentdruck und dem Bromölumdruck. Seltsamerweise sind es genau diese oft 150 Jahre alten Verfahren, mittels derer es mir gelingt künstlerische Computerarbeiten mit meinem geliebten Beruf zu verbinden.
„Die Druckgraphik ist tot“ – so tönt es etwa alle zwei bis drei Jahre genau aus jener Ecke, in der sich die Betrüger zusammenkuscheln. Ja, die verlogenen Falsifikate, die falsch deklarierten, die so tun als ob sie Original-Druckgraphik wären, die maschinengedruckten, die lieblos gemachten, die nur der Geldbeschaffung dienen, die können und sollen auch ruhig sterben. Kein Mensch wird ihnen eine Träne nachweinen! Die echte Künstlergraphik aber wird immer ihre Sammler und Liebhaber finden. Davon bin ich überzeugt.
[Entwurf zu einem Katalogtext zur gleichnamigen Publikation (Kurt Zein: „Geätzt und gedruckt“, in: Zein: Geätzt und Gedruckt – Aus der Werkstatt für hangedruckte Originalgraphik Kurt Zein, 2001, AT&S Verlag, Leoben, ISBN 3-9501549-0-6) Es wurde versucht den Herausgeber zu kontaktieren und eine Erlaubnis für die Veröffentlichung des Katalogtextes zu erhalten, was jedoch bis zum heutigen Zeitpunkt nicht gelang. Daher veröffentlichen wir hier einen Entwurf zum finalen Katalogtext.][überarbeitete Version 2024 für die Homepage]
CHAOS BROTHERS
Kurt Zein
Die allgemeine Situation der KünstlerInnen in Österreich war in den 1970er Jahren nicht so rosig wie es heute oft nostalgisch-verklärt als Aufbruchsstimmung dargestellt wird. Weder gab es für bildende KünstlerInnen eine Galerieszene, noch gab es für MusikerInnen, abseits des Mainstreams Auftrittsmöglichkeiten.
Walter M. Malli, der Zeichner und Musiker, saß zu dieser Zeit, als „Nicht Phantastischer Realist“ und avantgardistischer Musiker in einer ziemlich ausweglosen Situation zwischen allen Stühlen. Seine dynamischen Federzeichnungen und Kaltnadelradierungen anden wenige SammlerInnen.
Ich hatte 1971 eine „Werkstatt für handgedruckte Originalgraphik“ gegründet und mein Atelier wurde sehr bald von unterschiedlichsten KünstlerInnen geschätzt und frequentiert. Auch Walter Malli ließ seine Radierungen auf Kupferplatten von mir drucken. Im Gegenzug erteilte er mir Unterricht im Conga-Trommeln. Er quälte mich mit Triolen und kompliziertesten Rhythmen was für mich sehr bald frustrierend wurde. Um die Stimmung etwas aufzulockern packte er eines Tages sein Sopran- Saxophon aus und sagte: „Jetzt spü afoch amoi wiast wüst und i spü dazua!“ Dieser Satz war sozusagen das Gründungssignal für die „Chaos Brothers“. Diese ausgesprochen vergnüglichen „Zweier-Sessions“ führten bald dazu, dass sich an Wochenenden die unterschiedlichsten Musiker und Freunde bei mir einfanden um gemeinsam zu improvisieren.
Es bildete sich bald ein lebendiger Organismus mit ständig wechselnder Besetzung. Rockmusiker von Armon Düll musizierten gemeinsam mit Stuart Matthews und Jazz-Größen wie Franz Koglmann. Barrabas röhrte in sein Saxophon, während Malli versuchte die höchsten Töne auf seinem Instrument zu finden. Klassische Kontrabassisten oder auch der Opernfagottist Brückl ließen sich von Schlagzeugern wie Mathias Hermann oder Stephan Brodsky in ein rasantes Tempo hineintreiben. Der experimentelle Gitarrist Fritz Steiner versuchte mit dem elegischen Geiger Walter Eberl eine Klangeinheit zu bilden während neben ihnen die wüstesten Afroamerikanischen Rhythmen tobten. Karl Heinz Krbavac fügte die ersten elektronischen Klänge ein, zu denen wiederum Malli und Josef Traindl völlig anders musizierten als sie es sonst taten.
Das war Cross-Over im besten Sinne. Cross-Over, heute in der Musik ein stehender Begriff, war damals unter Puristen äusserst verpönt. Hochkarätige Musiker, durchsetzt mit Dilettanten, erweckten Klänge zum Leben, die vorher so noch nicht zu hören waren. Auch im Film werden heute Profischauspieler mit Laiendarstellern gemischt, die Resultate sind meist spannend, irgendwie anders, jedoch immer interessant.
Der Wiener Musikgalerie unter der Leitung von Ingrid Karl ist es zu verdanken, dass Teile der „Chaos Brothers“ am 14.7. wieder zu einer Session zusammengefügt werden.
Wien, 2003
[2024 für die Homepage überarbeitet]
ALLES ist DRUCKBAR KURT ZEIN
„Alles ist druckbar“ für Kurt Zein, den Meister für handgedruckte Original-Graphik. „Was gibt es Schöneres, als sich für die Kunst in die Gruft zu stauben“ meint er vor dem mit Asphalt-Staub betriebenen Aquatintakasten. Bei allem Wiener Schmäh ist es ihm damit absolut ernst. In seiner Radierwerkstatt in der Wiener Vorstadt wird tagtäglich Kunstgeschichte geschrieben.
Seit Adolf Frohner den jungen Drucker Kurt Zein drängte, sich selbständig zu machen, ist die Zusammenarbeit mit KünstlerInnen seine Stärke und zugleich seine Leidenschaft. Der amerikanische Künstler Jim Dine blieb gleich drei Monate, so begeistert war er von der Drucker-Qualität von Kurt Zein. Namhafte in- und ausländische KünstlerInnen kommen zu ihm nach Wien-Meidling. Christian Ludwig Attersee und Arnulf Rainer, Günter Brus und Hermann Nitsch lassen ihre Werke von ihm drucken ebenso wie die bereits verstorbene Kiki Kogelnik, der Deutsche Jan Peter Tripp und der Brite Richard Hamilton.
Alles ist abdruckbar für Kurt Zein. Kein Material ist ihm fremd und keine Technik zu schwer. Er ist ein Meister des Hand-Werks, der Arbeit mit der Hand, und ein Künstler zugleich. Denn die Grenzen zwischen künstlerischer Kreativität, meisterhaftem Handwerk und industriellem Erfindergeist sind fließend. „Mein wichtigste Arbeitsgerät ist der Papierkorb“ lautet sein Credo. Unermüdlich hält er die Qualitätslatte ganz hoch, bleibt er dem lustvoll experimentellen Lernprozess treu.
Kurt Zein ist zugleich ein Wiener Original. Was immer er tut, erfolgt mit Hingabe und Begeisterung. Egal ob er Druckplatten einfärbt oder als Percussionist mit den Chaos Brothers auftritt, ob er Bratkartoffel röstet oder seine Vision einer mit ausgedienten Kupferplatten getäfelten Hauswand beschreibt. Seine aus Finnland stammende Frau Marjatta, von ihm als seine schärfste Kritikerin bezeichnet, hat vor 35 Jahren ihre Weltreise bei der ersten Station in Wien beendet, da sie Kurt Zein und seine Arbeit so faszinierend fand. Eine Faszination, der sich auch sonst kaum jemand entziehen kann. Der Film ALLES ist DRUCKBAR bietet ein Beispiel dafür.
ZITATE von KURT ZEIN
aus dem Film ALLES ist DRUCKBAR – KURT ZEIN
Mich interessiert und mich hat immer fasziniert die Denkweise der Künstler, wie sie die Welt betrachten, sowohl philosophisch als auch in ihrer Arbeit.
Zein oder nicht Zein? Keine Frage! (Zitat: Günter Brus)
Suche für meinen künstlerisch begabten Sohn entsprechende Lehrstelle – ein Inserat im Kurier. Ein Mann hat sich gemeldet, und weil’s der einzige war, sind wir dorthin gefahren. Das war eine Kupferdruckerei. Für mich war Radierung und Kupferdruck, Radieren war Radiergummi im Schulheft, möglichst im Mitteilungsheft das ausradieren, was der Lehrer oder die Lehrerin hingeschrieben hat, damit’s mein Vater nicht bemerkt. Mehr habe ich von Radierung nicht gewusst. Wir sind dort hingefahren. Und das war eine Begegnung, die wirklich mein Leben, heute kann ich das sagen, mein Leben ins Positive verändert hat.
Das ist das Schöne an der Kaltnadel, dass die Farbe so warm wird. Man hat das Gefühl, das sind zwei Farben, obwohl es eine ist. Das kann wirklich nur die Radierung.
Der Herr Walter Fischer, so heißt der Mann, hat mich dann als Lehrling aufgenommen und hat mich durch meine Lehrzeit hindurch auf die wunderbarste Art und Weise gequält und hat aus einem, wirklich einem Würschtl möchte ich sagen, hat er einen selbstbewussten Handwerker gemacht. Das hat er mit seiner sehr bürgerlichen Geduld geschafft. Er hat mir einfach beigebracht, was es heißt, ein Handwerk auszuüben, wie viel komplizierte und sehr konkrete Handgriffe man machen muss, um zu einem Ziel, zu einem Resultat zu kommen. Und dafür bin ich ihm schon sehr dankbar, muss ich schon sagen.
Von zu Hause ausgezogen, im 16. Bezirk in einem Keller eine Wäschemangel als Druckmaschine hergerichtet – und dort habe ich begonnen zu arbeiten und hab’ immer mehr Kontakt mit Künstlern bekommen, und die haben mich dann gedrängt, mich wirklich selbstständig zu machen. Und da muss ich sagen, ist einer der absolut treibenden Faktoren der Prof. Adolf Frohner gewesen. Er hat mir 40 Radierplatten in die Hand gedrückt und hat gesagt: Arbeit was, ich zahl’s, du wirst schon weiterkommen.
Ich hab’ mir eine Werkstatt eingerichtet, wo auch Ätzmöglichkeiten drinnen waren, Säurewannen, Aquatintakasten und was alles dazugehört, und hab’ Tag und Nacht herumexperimentiert. Und dadurch, dass ich nicht von der Künstlerseite gekommen bin, also von der Akademieseite, sondern von der Handwerkerseite, hat mich einfach das Technische viel viel mehr interessiert als die Kunst. Die Kunst haben die Künstler in die Werkstatt getragen. Ich hab’ das technische Wissen dazu beitragen können und das war das Schöne und das Angenehme, was sich so gut verzahnt hat.
Plötzlich sind immer mehr Leute, sind immer mehr Künstler reingekommen und irgendwie ist langsam mein Selbstbewusstsein gewachsen, weil ich gemerkt habe, dass ich jemand bin, dessen Arbeit geschätzt wurde.
Drucken ist eigentlich gar nicht das richtige Wort für das, was ich mache. Es geht wirklich immer ums Abdrucken. Auch wenn ich eine Platte einfärbe, wird sie abgedruckt. Es ist immer eine Originalmatrize, die der Künstler gestaltet hat oder die die Natur gestaltet hat. Wenn ich das einfärbe und abreibe, habe ich wunderschöne Strukturen, Baumstrukturen, Pflanzen, völlig egal. Materialien, die man vorfindet, es ist alles zu verwenden. Also das Abdrucken ist eigentlich der Weg, den ich suche.
Nachdem die Reproduktionsmöglichkeiten, die automatischen, so perfekt geworden sind und so schnell und billig geworden sind, und mein Beruf ja ein äußerst langsames Handwerk ist, ich muss die Druckplatten immer wieder neu einfärben, ich muss sie wieder reinigen, bin ich auf die Idee gekommen, Variationen im Sinne des Künstlers mit den Druckplatten anzustellen. D.h. wenn die Druckplatten schon gereinigt werden, dann mische ich mir neue Farben und färb’ die Druckplatten mit diesen Farben ein. Ich hab’ natürlich eine Vision im Kopf, wenn ich so was anstelle…
Das hat sehr viel mit Musik zu tun. Es gibt einen Komponisten und ich bin in dem Fall der Instrumentalist, der diese Komposition interpretiert. Natürlich hab’ ich vom Komponisten Vorgaben. Es kann aber auch vorkommen, dass ich, während ich übe, einen neuen Ton höre. Dann frage ich den Komponisten, was sagst du zu diesem Ton oder wie ist denn der? Und da entstehen Dinge, die vorher noch nicht gedacht wurden. Das Interessante bei diesen Unikatgrafiken ist ja, dass man nichts wirklich planen kann. Es gibt das Sujet, also die Komposition, aber die Töne, die dann entstehen, das ist eine reine Improvisation und reine Erfindung.
Das war in dem Fall eine Auflage mit 75 Variationen (von Karl Korab). Wenn ich 75 Variationen mache, befinde ich mich in einer Art Irrenhaus von mir selbst. Also der Geisteszustand ist äußerst bedenklich. Manchmal denke ich nämlich nicht mehr nach, was ich da mache, sondern ich mische die Farben und geb’ sie auf die Platte, und bin schon ganz gespannt, was herauskommt. Wie gesagt, Freude oder Enttäuschung liegen wirklich sehr, sehr eng beisammen. Besonders am Anfang, wenn ich die Partitur noch nicht beherrsche, haue ich oft so daneben. Es kommt etwas aus der Presse heraus und wird sofort zerrissen und landet im Papierkorb. Der Papierkorb ist sowieso eines meiner wichtigsten Arbeitsinstrumente.
[PRESSETEXT und ZITATE von Kurt Zein][Kaleidoskop. Fernsehen zum Mehrsehen, 26.09.2004, ORF 2, ca. 23.57 Uhr][Idee/Konzept/Schnitt: Adam Wallisch Gespräch: Anita Natmeßnig, Kamera: Peter Kasperak][Eine Produktion der Cosmos Factory, 2004, DigiBeta, 16:9, 52’][mit freundlicher Genehmigung des modo Verlags Freiburg, 2024]
INVENTUR
Eine sehr persönliche Bestandsaufnahme aus der Sicht eines Druckers
Es ist anzunehmen, dass sich manche fragen werden, was ein „schnoddriger“ Wiener“ zur Inventarisierung der deutschen Original-Druckgrafik beizutragen hat. Abgesehen davon, dass wir gemeinsam der Europäischen Union angehören, gleichen sich die Interessen und Probleme doch aufs Haar. Außerdem beschäftige ich mich nun bald seit über 40 Jahren ausschließlich mit handgedruckter Grafik und denke daher, dass aus der Sicht einer Werkstätte betrachtet, dem Thema eine weitere Perspektive hinzugefügt werden kann. Dabei möchte ich nicht nur die Radierung im Speziellen behandeln, sondern auch auf Mischformen eingehen. Inventarisierung ist auch eine Aufstellung der Ressourcen: was hat man investiert, was wurde verbraucht, was ist noch da und was davon ist noch brauchbar? Eigentlich eine unangenehme Tätigkeit, denn dabei wird man unweigerlich mit der Vergangenheit konfrontiert und das ist nicht immer nur angenehm.
Bei Kriegsende wurden schnell sämtliche Führerporträts von den Wänden abgehängt und durch Bromöldrucke – eigentlich auch eine Art Druckgrafik – mit geringer künstlerischer Aussage ersetzt. „Der Hochzeitstraum“, „Röhrende Hirsche“ und „Die Zigeunerin mit der nackten Brust“ schmückten nun die Wände. Ich selbst habe noch, als Kupferdruckerlehrling in den [19]50er und Anfang der [19]60er Jahre tausende „Spanische Hofreitschulen“ (Croupade, Levade, usw.) und harmlose Blumenstillleben auf Kunstseide drucken müssen. Meine Lieblingsbeschäftigung jedoch waren damals handgedruckte Reproduktionen von Carl Spitzweg. „Der arme Poet“ und „Der Bücherwurm“ erfreuten mich besonders.
Diese Druckplatten waren allesamt Heliogravüren und wurden auf einer Platte, à la poupée, also mittels Wattestäbchen, Pinseln und Tampons, mit bis zu 20 Farben eingefärbt. Die überschüssige Farbe wurde mit Buchsbaumspachteln entfernt, die Platte mit der Hand gewischt und sodann auf der Radierpresse abgedruckt. Radierungen gab es damals in Wien höchstens in Form von Stadtveduten oder Nachdrucken bereits verstorbener Künstler wie Ferdinand Schmutzer, unter dessen Radierungen sich auch sehr häufig Heliogravüren finden lassen.
Dadurch wurde ich handwerklich auf das Beste geschult, meine Augen lernten das druckgrafische Sehen und ich war so für die späteren Aufgaben vorbereitet. Denn Mitte der [19]60er und Anfang der [19]70er Jahre kamen die ersten zeitgenössischen Künstler. Allen voran natürlich die „Wiener Schule des phantastischen Realismus“, wobei ich sagen muss, dass die frühen Radierungen von Ernst Fuchs und Anton Lehmden klassisch und sehr meisterlich waren. Aber auch die für mich wesentlich interessanteren Künstler wie Alfred Hrdlicka, der mit seinen ruppigen Ätzungen, mit seiner gewaltigen Kaltnadelpranke und seiner unorthodoxen Verwendung des Mezzotintomessers eine neue Ära der österreichischen Radierung einläutete. Eine ähnlich geartete Person meiner Bewunderung war auch schon damals Horst Janssen. Und da erst begann ich die wirklich spannende Seite meines Berufes zu entdecken und zu erkennen.
Sowohl in Deutschland, um nur einige wenige zu nennen Friedrich Meckseper, die Rixdorfer Gruppe, auch Johnny Friedlaender mit seinen experimentellen Radierungen, Georg Baselitz, Dieter Krieg, A. R. Penck, Walter Stöhrer u.a., als auch in Österreich, etwa die Gruppe „Neue Wirklichkeiten“, radierten Künstler munter darauf los und hatten auch einen Markt, um ihre Grafiken abzusetzen. Galerien gab es im Vergleich zu heute wenige.
An den Akademien wurden die grafischen Techniken noch als nötiges handwerkliches Rüstzeug gelehrt und eine neue Generation von Künstlern durch die Professoren positiv infiziert. Ich wagte es 1971, finanziert durch Kredite eine eigene Werkstätte zu gründen, ich war zwar hoch verschuldet, doch der Grafikmarkt boomte. Neue Editionen wurden ins Leben gerufen und viele Galerien verlegten ganze Mappenwerke und fanden ihre Sammler. Davon kann man heute nur noch träumen! Eine interessante, herrliche Zeit, die bis weit in die [19]90er Jahre hinein andauerte. Den ersten „Overkill“ läutete die Euro Art ein, eine Foundation der mittlerweile berühmt, berüchtigten BAWAG (Bank für Arbeit und Wirtschaft). Unter dem Motto „Kunst ins Volk“, „Die Aktie an der Wand“ verlegte sie ein Mappenwerk mit unzähligen Künstlern in einer Auflage von 5000 Stück. Das war für die Druckgrafik eine Todesspritze mit verzögerter Wirkung. Seriell hergestellte Siebdrucke wurden als „original Siebdruck“ deklariert und neue Wortfindungen wie „Granolithographie“ sprechen für sich selbst. Obwohl ich das Geld damals dringend benötigt hätte, lehnte ich es ab, daran mitzuarbeiten. Zusätzlich hätte dies eine fünfjährige Knechtschaft für mich bedeutet. Ich steckte meine Kraft lieber in eine „Studenten-Edition“ mit Auflagen von 35+3 e.a. Diese Edition ging weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln und viele Blätter davon sind heute gesuchte Sammlerstücke. Aus der BAWAG-Edition tauchen heutzutage oft Exemplare bei Auktionen auf und bleiben, bis auf wenige Ausnahmen, weit unter ihrem damaligen Wert liegen.
Sehr viele Jahre hatte ich mit den klassischen Radiertechniken gearbeitet, auch mit mehreren Farbplatten und teils sehr komplizierten Passern. Dies war der Wunsch vieler Künstler und deren Galerien, die den Markt bedienen wollten, führte jedoch dazu, dass die Radierungen immer glatter, geschleckter und gefälliger wurden. Es war sozusagen der Hype, zeitgenössische Kunst billiger als Bilder in Essig und Öl an der Wand zu haben. Mein unruhiger Geist und eine neue Künstlergeneration drängten mich dazu, mit unorthodoxen Materialien zu experimentieren. In Kunststoffplatten wurden mit Flammen geschmolzene Linien und eine verkrustete Art Aquatinta gebrannt. In Kartonplatten wurden mit der Kaltnadel Linien geritzt, diese Platten dann gehärtet, wie eine Radierung eingefärbt und gewischt und auf der Radierpresse abgedruckt. So entstanden die kraftvollsten Kaltnadelarbeiten, die man sich vorstellen kann, da kamen die Metallplatten nicht mehr mit. Auf diese Art habe ich mit dem amerikanischen Künstler Jim Dine viele „Radierungen“ erarbeitet. Der leider früh verstorbene Schweizer Künstler Martin Disler ging, durch mich angeregt, mit Elektrofräsern auf beschichtete Küchenholzplatten los. Das Ergebnis waren kraftvolle, lebendige Striche auf dem Büttenpapier, die man mit einer Ätzung in Metall niemals erreichen würde. Es war eine wunderbare Zeit der Versuche und die Radierung erhielt eine neue Ausdrucksform.
Danach begann ich, angeregt durch einen Lehrer der „Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt“ in Wien, die alte Heliogravüre zu erlernen. Diese reprotechnische Tiefdrucktechnik aus dem Jahr 1878, die sehr kompliziert im Handdruckverfahren hergestellt wird hatte mich drei bis vier Jahre an Nerven gekostet, bis ich sie beherrschte. In Wien erntete ich damals kein großes Lob unter den älteren Künstlern: „Helio-Schas“, „Foto-Klumpert“ und „fotografischer Müll“ waren noch die mildesten Komplimente, die ich zu hören bekam. Zu nahe war noch die Vergangenheit! Der englische Künstler Richard Hamilton jedoch suchte bereits damals in ganz Europa nach jemandem, der diese Technik noch beherrschte. Wir kamen schließlich zusammen und ich wurde das Missing Link zwischen seiner damaligen Malerei und seiner jetzigen Computerkunst.
Und hier möchte ich in der Inventur bereits einen gewagten Sprung in die Jetztzeit machen. Damals gab es noch Materialien, die heutzutage durch die Globalisierung des Marktes verschwunden sind. Es gab noch das für die Helio unentbehrliche Gelatinepigmentpapier der Firma Hanfstaengl in München. Diese Firma hat vor einigen Jahren ihre Produktion eingestellt, ich habe mir in letzter Sekunde noch einen Posten dieses Gelatinepapiers besorgt, es liegt nun bei mir im Tiefkühler und ich kann in seltenen Fällen darauf zurückgreifen.
Und da ich nun schon einmal beim Jammern bin: in Wien gab es eine kleine Firma, die hervorragend pigmentierte, lichtechte Druckfarben für Radierung herstellte. Diese kleine Firma wurde in eine größere integriert und die Produktion dieser herrlichen Farben sofort eingestellt. Wenn ich nur an die Pigmentierung des Ultramarins, in Wien natürlich „Kaiserblau“ benannt, denke und diese Farbe mit der Produktion einer französischen Firma vergleiche, wird mir übel. Auch hier habe ich sämtliche Restbestände aufgekauft, fürchte mich jedoch bereits vor dem Tag, an dem diese zur Neige gehen.
Doch zurück: Arbeiten auf Papier haben heutzutage kein allzu gutes Image. Die Galerien und der Kunsthandel befinden sich in einem großen Konkurrenzkampf um die Stars unter den Künstlern. Damit lässt sich das größere Renommée erzielen und am Groschen-, Pfennig- oder Centgeschäft mit zeitgenössischer Druckgrafik sind wenige interessiert. Mit Radierungen von Pablo Picasso oder Lucian Freud lässt sich sehr wohl Geld machen, doch an der Betreuung des druckgrafischen Werkes von Künstlerinnen und Künstlern ist niemand wirklich interessiert. Ich kann mich nicht wirklich beklagen, denn wenn Namen wie Hermann Nitsch, Günter Brus, Arnulf Rainer im Spiel sind, werden die Karten selbstverständlich anders gemischt.
Auf vielen internationalen Kunstmessen ist es sogar untersagt, Druckgrafik auszustellen, so auch in Basel – die dort gegründete externe Messe für Druckgrafik „Print Basel“ wird allerdings schwach bis gar nicht besucht. Selbst die „Graphische Sammlung Albertina“ in Wien hat unter ihrem derzeitigen Direktor den Namen gekürzt, schwelgt in Ausstellungen über Malerei und kümmert sich nicht um die Druckgrafik.
Obwohl wir bereits schon seit langer Zeit von digitalen Medien, von Laserprints und Tintenstrahlern umgeben sind, gibt es seltsamerweise unter den verschiedenen druckgrafischen Disziplinen noch immer eine unrealistische Abgrenzung. Als ich einmal, es ist schon länger her, einen Lithografen um die Zusammenarbeit an einem Projekt ersuchte, meinte er: „Wieso soll ich für dich die Hintergründe drucken?“ Tja, schade! Da begann ich mit der Alugrafie zu experimentieren, denn einen Stein kann ich nicht durch die Radierpresse ziehen und vermische nun bei Bedarf diese beiden Techniken.
Die malerische Freiheit beim Einfärben einer Alugrafie hat mich auf die Idee gebracht, jedes Blatt innerhalb einer Auflage farblich zu variieren. Sozusagen wie in der Musik: Improvisationen über ein Thema. Begeisterung unter den Künstlerinnen und Künstlern sowie bei Sammlern. Die Künstler sehen manchmal neue Möglichkeiten, an die sie noch nicht gedacht haben, die auch oft in ihr weiteres Werk einfließen und die Sammler können sich ihr eigenes Blatt auswählen. Bei den Galerien ist sie nicht so beliebt, da die Galeristen den Interessenten mehrere Blätter zur Auswahl vorlegen müssen, das kostet Zeit und schmälert dadurch, so sagen sie, ihren „ohnehin mickrigen Gewinn“ noch mehr.
Auch neuere Techniken wie die Polymergravüre und die aus den USA kommende „Non toxic printmaking“-Methode wird am derzeitig vorherrschendem Desinteresse wenig ändern, wenn es kein Sprachrohr in einer breiteren Öffentlichkeit gibt.
Die Probleme in Österreich sind, wie Sie gelesen haben, ident. Manches mal grantle ich herum und schreie: „500 Jahre Druckgrafik sind genug!“ Doch das ist eigentlich keine Resignation, eher ein Kampfgebrüll.
Vorläufiges Ende meiner sehr persönlich gehaltenen Inventur.
© Kurt Zein 2008
[Veröffentlicht in: „inventur – Zeitgenössische Radierung in Deutschland“, Kunstverein Reutlingen, Graphikmuseum Pablo Picasso Münster, modo Verlag, Freiburg, 2008, ISBN 978-3-937014-56-2 ][2024 überarbeitet für die Veröffentlichung auf der Homepage Site is undergoing maintenance ][Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des modo Verlags, 2024]
1990 – 2000
- Kurt Zein: „Anatomie des Taureigens!“, in: Attersee – Taureigen, Wien, November 1991, S. 2, OCLC Nr. 950147392
- Kurt Zein: „Sandro Chia bei Kurt Zein in Wien – Aus der Werkstatt geplaudert“, in: [Broschüre zur Graphikserie ‚Et in arcadia ego‘, 1991, Sandro Chia], Galerie Thaddaeus Ropac Salzburg, Galerie Hilger Frankfurt (Hg.), Frankfurt, 1991, OCLC Nr. 1319728554
- Kurt Zein, in: „Sandro Chia: Et in arcadia ego, 1991: 8 Radierungen auf Kupfer“, Galerie Ropac Salzburg. Galerie Hilger Wien (Hg.), Salzburg, Wien, 1991, OCLC Nr. 52687822
- Kurt Zein: „Zucker ist gesund“, in: Martin Disler: Museum of Desire, Druckgraphik aus den Jahren 1990 und 1992, Graphische Sammlung Albertina, 22.5.-30.6.1991, Wien, 1991, S. 9, ISBN 3900656150
- Kurt Zein [Aufsatz zu Goldammers Druckgraphiken], in: Goldhammer: Ölbilder, Mischtechniken, Zeichnungen, Gouachen, Graphiken, Edition Galerie Zentrum, Wien 1992, S. 125
- Kurt Zein: „Radierte Steine“, in: Hubert Lobnig: Steine, Die Elementar Versicherung (Hg.), Wien, 1992
- Kurt Zein, in: „Kiki Kogelnik: 7 Farbradierungen 1992“, Christa Zetter, Galerie bei der Albertina (Hg.), Edition Zetter, Wien, 1992, OCLC Nr. 501433360
- Kurt Zein: „Weicher Grund und schwarzes Wasser“, in: Attersee: das druckgraphische Werk, 1966-1997, Graphische Sammlung Albertina (Hg.), Residenz Verlag, Salzburg, 1997, ISBN 9783701710652, 3701710651
- Kurt Zein: “Ein Kettensägenmassaker als künstlerische Ausdrucksform: über die Zusammenarbeit mit Jim Dine”, in: Me and Zein – Jim Dine. Etchings and woodcuts printed by Kurt Zein 1987-1996 / Zein und ich: Jim Dine. Radierungen und Holzschnitte gedruckt von Kurt Zein 1987-1996, Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst (Hg.), Salzburg, 1997, S. 11-23, ISBN 9783901369063, 3901369066
2001 – 2010
- Vortrag: „Is eh‘ nua a Heliograwua”, Vortrag im Kupferstichkabinett der Akademie der Bildenden Künste Wien am 6.6. 2001, Wien (AT)
- Kurt Zein: „Geätzt und Gedruckt“, in: Zein – geätzt und gedruckt. Aus der Werkstatt für handgedruckte Originalgraphik Kurt Zein, Wien; AT&S Edition Kunst (Hg.), Leoben, 2001, S. 15-28, ISBN 3950154906
- Kurt Zein, in: Christian Kvasnicka – The garden of passion, New York, 2001, S. 13
- Kurt Zein, in: Fritz Wotruba: Das druckgraphische Werk 1950-1975, Renata Antoniou, Veröffentlichungen der Albertina, Band 45, E-Book, Böhlau Verlag, Köln, 2003, ISBN 9783205128397, 3205128397, eISBN 978-3-205-12839-7, DOI 10.7767/9783205128397
- Kurt Zein [Vorwort], in: Felix Waske [Ausstellung „Das Buch“: 75 Radierungen 1994-2003], Hessisches Landesmuseum Darmstadt Graphische Sammlung, 6.11.2005-29.01.2006, Can Imprès, Can Cama, 2005, OCLC Nr. 314923229
- „Trialog: Monika Knofler, Kurt Zein, Herwig Zens“, in: Herwig Zens – das druckgraphische Werk: Gesamtverzeichnis aller druckgraphischen Arbeiten von 1965 – 2007, Scheer, Johannes (Hg.), 2007, ISBN 9783205776338
- Kurt Zein, in: Günter Brus: Kratzspuren (Radierungen und Lithographien, 1971-2007), Springer, Wien, 2008, ISBN 9783211759042, 3211759042
- Kurt Zein: „Inventur“, in: Inventur – zeitgenössische Radierung in Deutschland, Kunstverein Reutlingen, Graphikmuseum Pablo Picasso Münster, modo Verlag, Freiburg, 2008, S. 16-19, ISBN 978-3-937014-56-2
- Vortrag: „Kurt Zein, Ferdinand Schmutzer und die Heliogravüre. War er nur trickreich oder doch ein Pionier?”, Vortag in der Sigmund Freud Privatstiftung am 04.11.2008, Wien (AT)
- Kurt Zein: „Der Künst-Raum, unendliche Weiten, wir befinden uns in einer fernen Zeit!“ [beigelegtes Heft], in: HANDMADE – Catalogue déraisonné [Jan Peter Tripp], 2010
2011 – 2020
- Kurt Zein, in: Hermann Nitsch – the Gesamtkunstwerk of the Orgien Mysterien Theater, Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln, 2015, ISBN 9783863357030, 3863357035
- Kurt Zein: „Wenn Selbstzerfleischer zur kalten Nadel greifen“, in: Erdruckt und erstochen: die Druckgrafik von Günter Brus, [Ausstellung, Graz, Bruseum-Neue Galerie Graz, Universalmuseum Joanneum, 29. März – 30. Juni 2019], Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln, 2019, S. 48-53, ISBN 9783960986065, 3960986068
Texte über Kurt Zein
Ausgewählte Zeitungsartikel
Zeitschriften & Zeitungen
- Herbert Wappelshammer: „Der Zein und seine phantastischen Kunstdrucke”, in: Ring Rund, Mai 1972, S. 22
- „Kurt Zein: Die Revolution hat gestern stattgefunden”, in: People, 1974
- Peter Bloch: „Markus Vallazza mit dem Drucker Kurt Zein 1978“, in: Bloch: Druckgraphik III: Markus Vallazza, Heft 11, Juni 1978, Wien, S. 3
- Horst Christoph: „Geschmirgelte Töne”, in: Profil, 1980, Wien, S. 64-65
- Wolfgang Hauptmann: „Phantastendämmerung”, in: Trend, 8/83, 1983, Wien, S. 82-83
- „Han är redskapet”, in: Folksbladet, 1983
- „Review: Hubert Scheibl: Untitled, (1984)“ in: „Prints & Photographs Published“, in: The Print Collector’s Newsletter, Vol. 16, No. 2, May–June 1985, Art in Print Review, (Publisher), S. 58
- Helmuth A. Niederle: „Jenseits der Zwänge“ [Galerie Chobot A.R. Penck], in: Die Furche, Nr. 22, 29.5.1987, o.S.
- „Review: Arnulf Rainer: Untitled (1987)“, in: „Prints & Photographs Published“, in: The Print Collector’s Newsletter, Vol. 18, No. 2, May–June 1987, Art in Print Review (Publisher), S. 67
- Maria Rennhofer: „Gegen die Grenzen der Konvention“, in: Parnass, Heft 6, November/Dezember 1987, Linz, S. 39-41
- Walter Koschatzky: „Gottfried Salzmann“, in: Gruppe Stil, Nr. 1/2, Jahrgang 4, 1988, Salzburg, S. 22-23
- „Review: Kurt Kocherscheidt: 10 Lehrstücke (1987)“, in: „Prints & Photographs Published“, in: The Print Collector’s Newsletter, Vol. 19, No. 2, May–June 1988, Art in Print Review (Publisher), S. 62
- Ruediger Engerth: „Graphik / Dine und Blais in Wiener Ausstellungen. Technisch raffiniert.”, in: Handelsblatt, 03.02.1989, Düsseldorf, S. s02
- Helmuth A. Niederle: „Klassik und mehr“ [Jim Dine, Albertina], in: Die Furche, Nr. 3, 20.1.1989
- „Review: Arnulf Rainer: Marie Antoinette (1989)“, in: „Prints & Photographs Published“, in: The Print Collector’s Newsletter, Vol. 20, No. 3, July–August 1989, Art in Print Review (Publisher), S. 103
- „Review: Helmut Federle: 5 + 1 (1989)“, in: „Prints & Photographs Published“, in: The Print Collector’s Newsletter, Vol. 20, No. 5, November–December 1989, Art in Print Review (Publisher), S. 179
- Stephen Coppel: „Richard Hamilton’s Ulysses Etchings – An Examination of Work in Progress“, in: Print Quarterly, MARCH 1989, Vol. 6, No. 1, Print Quarterly Publications (Publisher), S. 10-42 [S. 19 Kurt Zein]
- „Review: Jim Dine: Youth and the Maiden, Graphische Sammlung Albertina, Wien“, in: The Print Collector’s Newsletter, Vol. 21, No. 2, May–June 1990, Art in Print Review (Publisher), S. 64
1991
- „Review: Günter Brus: Naturschauplätze (1989)“, in: „Multiples & Objects & Books“, in: The Print Collector’s Newsletter, March–April 1991, Vol. 22, No. 1, March–April 1991, Art in Print Review (Publisher), S. 20
- Judith Fischer: „Alchemie des Steines”, in: Der Standard, 25.05.1991, Wien, S. 13
- Helmuth A. Niederle: „Neoexpressiv“ [Martin Disler, Albertina], in: Die Furche, Nr. 25, 20.6.1991
- „Der Erfolg der Kiki Kogelnik”, in: SN, 24.08.1991, Salzburg, S. 1
- „Ausgestellt“ [Sandro Chia], in: Die Presse, 05.09.1991, Wien, o.S.
1992
- „Review: Arnulf Rainer: Cross-Etchings (1990-91)“, in: „Prints & Photographs Published“, in: The Print Collector’s Newsletter, Vol. 23, No. 1, March–April 1992, Art in Print Review (Publisher), S. 26
- „Galerie Krinzinger: Reiche Graphik-Ernte”, in: Der Standard, 26.05.1992, Wien, S. 12
- „Aus den Galerien”, in: Handelsblatt, 30.06.1992, Düsseldorf, S. 23
- „Ein Salzburg-Blatt von Georg Eisler”, in: SN, 01.08.1992, Salzburg, o.S.
- „Ein Meister der Neuen Malerei: ‚Fließend‘ von Erwin Bohatsch”, in: SN, 14.08.1992, Salzburg, o.S.
- „Review: Jiří Dokoupil: Wichgrund (1991)“, in: „Prints & Photographs Published“, in: The Print Collector’s Newsletter, Vol. 23, No. 4, September–October 1992, Art in Print Review (Publisher), S. 141
1993
- „Ein Druck-Workshop mit Kurt Zein”, in: Kurier, 15.04.1993, Wien, S. 24
- „Ausgestellt“ [Gunter Damisch], in: Die Presse, 21.05.1993, Wien, o.S.
- Christian Herchenroeder: „Das Gesicht der zweiten Duesseldorfer art multiple. Noch in den Kinderschuhen.”, in: Handelsblatt, 24.09.1993, Düsseldorf, S. g02
- „‚Zeitspuren‘ von Drago Prelog”, in: SN, 02.10.1993, Salzburg, o.S.
1994
- Kirstian Sotriffer: „Ausgestellt in Wien: Galerie Hilger“ [Jim Dine], in: Die Presse, 03.02.1994, Wien, o.S.
- „Blick auf Salzburgs Altstadt, Radierung von G. Salzmann”, in: SN, 05.11.1994, Salzburg, o.S.
1995
- „Review: Jim Dine: Raven“ in: „Prints & Photographs Published“, in: The Print Collector’s Newsletter, January–February 1995, Vol. 25, No. 6, January–February 1995, Art in Print Review (Publisher), S. 225
- „Review: Jim Dine: Winter Dream (For V)“, in: „Prints & Photographs Published“, in: The Print Collector’s Newsletter, November–December 1995, Vol. 26, No. 5, November–December 1995, Art in Print Review (Publisher), S. 181
- „Die zweite Salzburg-Radierung von Gottfried Salzmann”, in: SN, 30.12.1995, Salzburg, o.S.
1996
- „Popartist im Kunstlauf“ [Allen Jones], in: Kurier, 01.02.1996, Salzburg, S. 21
- Kristian Sotriffer: „Ausgestellt in Wien“ [Galerie König Contrappunti”, in: Die Presse, 16.02.1996, Salzburg, S. 21 „Pi is for Pinakothek“, in: „Prints & Photographs Published“, in: The Print Collector’s Newsletter, Vol. 27, No. 1, March–April 1996, Art in Print Review (Publisher), S. 25
- „Impressit: Alphabets & Signs: Letters/Lands“, in: „News of the Print World: People & Places“, in: The Print Collector’s Newsletter, May–June 1996, Vol. 27, No. 2, May–June 1996, Art in Print Review (Publisher), S. 60
1997
- „‚Was mir gefällt, ist die Vielfalt‘ – 25 Jahre Druckerei Zein”, in: Kurier, 16.01.1997, Wien, S. 29 „25 Jahre ‚Drucker Zein‘”, in: Neue Kronen-Zeitung, 17.01.1997, Wien, S. 28
- „Kurt Zein: 25 Jahre Drucker der bildenden Künstler”, in: Neue Kronen-Zeitung, 18.01.1997, Wien, S. 19
- „Zein druckt 25 Jahre – und Schmögner hat geheiratet”, in: Kurier, 18.01.1997, Wien, S. 21
- „TVkritisch (Beitrag zu Ehren des Wiener Druckers Kurt Zein)”, in: SN, 22.01.1997, Salzburg, o.S.
- Edith Schlocker: „Reproduziertes in jeder Qualität“ [Martin Disler], in: Tiroler Tageszeitung, 14.03.1997, Innsbruck, o.S.
- „Be my Guest, BDR, Tilia Herold über Kurt Zein”, in: Die Presse, 12.04.1997, Wien, S. 54
- „Attergraphik & Musenmusik”, in: Kurier, 08.05.1997, Wien, S. 21
- Kristian Sotriffer: „Reisen mit Gedankenbooten”, in: Die Presse, 13.05.1997, Wien, S. 21
- „Die Bilder des Fallenstellers – Druckgraphik von Attersee im Akademiehof der Albertina”, in: SN, 15.05.1997, Wien, S. 19
- Claudia Aigner: „Wenn der Schinken mit dem Hoserl…, Albertina im Akademiehof: Attersees druckgrafisches Werk”, in: Wiener Zeitung, 15.06.1997, Wien, S. 3
- „Paarlauf, Abschied, Entführung“ [Otto Breicha 65. Geburtstag], in: Kurier, 28.07.1997, Wien, S. 13
- „Review: Arnulf Rainer: Roter Mann (1996)“, in: „Working Proof: Reviews of Prints, Photographs, and Multiples“, in: On Paper, July-August 1997, Vol. 1, No. 6, July -August 1997, Art in Print Review (Publisher), S. 36
- „Review: Helmut Federle: Ode an das Flüstern und das Schweigen (1996)“, in: „Working Proof: Reviews of Prints, Photographs, and Multiples“, in: On Paper, July-August 1997, Vol. 1, No. 6, July -August 1997, Art in Print Review (Publisher), S. 35
- „Betörende Ausritte der Kettensäge“ [Jim Dine], in: SN, 22.08.1997, Salzburg, S. 15
- „Fast daemonisch”, in: Oberösterreichische Nachrichten, 02.09.1997, Linz
- „Jim Dine, ‚Me and Zein‘: Kettensäge & Kistenbretter”, in: Neue Kronen-Zeitung, 02.09.1997, Salzburg, S. 22
- „‚Auch wenn Jim Dine einen Bademantel zeichnet, mal oder radiert,…‘”, in: Neue Kronen-Zeitung, 02.09.1997, Wien, S. 22
- Carl Auböck: „Ausstellungen“ [Nobuyoshi Araki], in: Der Standard, 19.09.1997, Wien, S. 707
- „Arbetet nyheterna (ed. Göteborg: 1991) – Jim Dine“, in: Edition: x [huvud ed.], 16.11.1997, Göteborg, Del 1, sida 10
- GT, Edition: G, 22.11.1997, Göteborg, Del 1, sida 23
- „Was die Tradition gilt, die Graphische Werkstatt im Traklhaus jubiliert”, in: SN, 13.12.1997, Salzburg, S. 17
- Göteborgsposten, Edition: * [Göteborg], 17.12.1997, Göteborg, Del 1, sida 9
- Göteborgsposten, Edition: * [Göteborg], 19.12.1997, Göteborg, Del 3, sida 2
- „Verborgen, wichtig und ergiebig“ [Grafische Werkstatt Traklhaus], in: Neue Kronen-Zeitung, 29.12.1997, Salzburg, S. 20
1998
- Ro Raftl: „Ein junger Wilder wurde siebzig“ [Alfred Hrdlicka], in: Kurier, 01.03.1998, Wien, S. 27
- Eva Komarek: „70 Jahre Hrdlicka – Geburtstag in der Galerie Hilger”, in: WirtschaftsBlatt, Nr. 580, 03.03.1998, Wien, S. D6
- Eva Komarek: „70 Jahre Hrdlicka”, in: Wirtschaftsblatt, Nr. 580, 03.03.1998, Wien, S. D6
- Heiner Wesenmann: „Vieles auf einmal, Albertina-Ausstellungsmarathon: Expressionisten/Dürer/Jim Dine”, in: Neues Volksblatt, Nr. 52, 04.03.1998, Wien, S. 28
- VN-RW: „Albertina: Aller guten Dinge sind vier”, in: Vorarlberger Nachrichten, Nr. 55, 07.03.1998, Bregen, S. F14
- „Viel zu sehen in der Albertina, Ausstellungen im Akademiehof: Sammlung Fohn, Dürer, Jim Dine und Hans Strigl”, in: SN, 07.03.1998, Salzburg, S. 19
- Kristian Sotriffer: „Verluste und ein Gewinn als Albertina-Märchen“ [Jim Dine], in: Die Presse, 10.03.1998, Wien, S. 24
- Brigitte Borchhardt-Birbaumer: „Von Albrecht Dürer zu Jim Dine”, in: Wiener Zeitung, 28.03.1998, Wien, S. 54
- „Amerikas Pop-art aus Wien: Albertina im Akademiehof: ‚Jim Dine‘”, in: Neue Kronen-Zeitung, 07.04.1998, Wien, S. 36
- Kurt Zein: „Kommentar zu Paul Blahas Kommentar zur Bundestheaterreform”, in: Der Standard, 08.05.1998, Wien, S. 29
- „Maler machen Musik“ [Attersee, Nitsch und Staudacher in der Hofburg, Zein Percussions], in: Kurier, 13.05.1998, Wien, S. 30
- Peter Berger: „Der durchs Weltall orgelt“ [musikalische Monologe von Nitsch & Co., Zein Percussions], in: Die Presse, 18.05.1998, Wien, S. 18
- „Attersee, Nitsch und Staudacher tauschen Pinsel gegen Notenschlüssel“ [Zein Percussions], in: Kurier, 19.05.1998, Wien, S. 11
- „Vernetzung/Virtuos/Crossover…“ [Zein Percussions], in: Der Standard, 19.05.1998, Wien, S. 13
- Horst Christoph: „Nitsch: 10.000 Liter Wein”, in: Profil, 23/98, 30.05.1998, Wien, S. 112
- „Bunte Blätter nach dem Brand: Krems: Roman Scheidl”, in: Neue Kronen-Zeitung, 11.06.1998, Wien, S. 32
- Eva Komarek: „Pop-Art von Allen Jones gilt in der Szene wieder als heißer Tip”, in: WirtschaftsBlatt, Nr. 654, 20.06.1998, Wien, S. E9
- Kristian Sotriffer: „Ausgestellt in Wien, Galerie Hilger“ [Allen Jones], in: Die Presse, 27.06.1998, Wien, S. 37
- „Graphik-Editionen bei Altnöder“ [Siebdrucke von Peter Kogler], in: SN, 10.10.1998, Salzburg, S. 17
- „Porzellan und Prominenz im Augarten-Kalender“ [u.a. Kurt Zein], in: Wiener Zeitung, 03.12.1998, Wien, S. 14
1999
- „Hermann Nitsch unterstützt den Ballettclub der Staatsoper”, in: SN, 22.09.1999, Salzburg, S. 15
- „Review: Markus Lüpertz: Landschaft (#3) (1998)“, in: Art on Paper, Vol. 4, No. 2, November-December 1999, Art in Print Review (Publisher), S. 80
2000
- „Dialog mit der Seele”, in: Tiroler Tageszeitung, 04.04.2000, Innsbruck „Edition 2000”, in: Tiroler Tageszeitung, 07.04.2000, Innsbruck
2001
- „Valentin Oman: Rotes Totem Rotes Totem nennt diese aufwendige grafische und gleichzeitig Karl Heinz Ritschel“, in: Salzburger Nachrichten, 10.02.2001, Salzburg
- „Review: Helmut Federle: Blue Sisters: Structures of Deviance (2000)“, in: Art on Paper, Vol. 5, No. 4, March-April 2001, Art in Print Review (Publisher), S. 75
- Hans Renggli: „Abbilder provozieren Aktion”, in: Tagesanzeiger, 21.08.2001, Zürich, S. 50
- Kurt Zein: „‚Des ia ja nua a Heliograwua!‘“, vom Schimpfwort zum Kultobjekt, Teil 2“, in: Wiener Kunsthefte – Zeitschrift für Druckgraphik, Nr. 3, 5. Jg., Nr. 19 der neuen Folge, Die kleine Galerie – Gesellschaft für Kunst und Volksbildung, September 2001, Wien, S. 16-17
2002
- Joseph Ruzicka: „‚to invent what you are‘: Jim Dine and Printmaking“, in: Art on Paper, May-June 2002, Vol. 6, No. 5, May-June 2002, Art in Print Review (Publisher), S. 62-69
2003
- Yasmin El Mohandes: „Termine & Tipps”, in: WirtschaftsBlatt, 05.03.2003, Wien, S. A23
- „Was nützt die beste Einrichtung ohne Bilder?“, in: Kurier, 21.03.2003, Wien, S. 8
- „SN-Galerie Grafik von Kurt Zein zu erwerben“, in: Salzburger Nachrichten, 17.05.2003, Salzburg, S. 48
2004
- „Aussteller”, in: Kurier, 19.03.2004, Wien, S. 16
- „TV-Tipp”, in: Salzburger Nachrichten, 25.09.2004, Salzburg, S. 59
- „Unbequeme Künstler im TV-Porträt”, in: Kurier, 26.09.2004, Wien, S. 31
- „Rot-weiß-rote Aufreger”, in: Kleine Zeitung, 26.09.2004, Graz, S. 91
- „Rot-weiß-rote Aufreger”, in: Neue Vorarlberger Tageszeitung, Nr. 000, 26.09.2004, Bregenz, S. 89
- Hermann Schlösser: „Linsengericht: Drucker aus Berufung”, in: Wiener Zeitung, 28.09.2004, Wien, S. 23
2005
- „Rund um die Diagonale 2005”, in: Falter, Nr. 10/05, 09.03.2005, Wien, S. 18
- Red: „stadtmenschen”, in: Die Presse, 12.05.2005, Wien, S. 19
- Philipp Maurer: „Zens: Zwischenstand 28 radiertes Tagebuch“, in: Wiener Kunsthefte – Zeitschrift für Druckgraphik, Nr. 3, 9. Jg., Nr. 35 der neuen Folge, Die kleine Galerie – Gesellschaft für Kunst und Volksbildung, September 2005, Wien, S. 10
- Richard S. Field: „Book Review: Richard Hamilton – Retrospective, Buchhandlung Walter König 2003 / Etienne Lullin: Richard Hamilton – Prints and Multiples, Kunstmuseum Winterthur 2003“ in: Print Quarterly, SEPTEMBER 2005, Vol. 22, No. 3, Print Quarterly Publications (Publisher), S. 348-351
- Philipp Maurer: „Der Master-Printer Kurt Zein“, in: Wiener Kunsthefte – Zeitschrift für Druckgraphik, Nr. 3, 9. Jg., Nr. 35 der neuen Folge, Die kleine Galerie – Gesellschaft für Kunst und Volksbildung, September 2005, Wien, S. 10
- Kraemer Alig: „Schrecken und Schönheit werden eins”, in: Darmstädter Echo, 04.11.2005, Darmstadt „Grafik”, in: Salzburger Nachrichten, 19.11.2005, Salzburg, S. 29
- Karl Heinz Ritschel: „Landschaft im Salzkammergut”, in: Salzburger Nachrichten, 19.11.2005, Salzburg, S. 29
2006
- Erwin Melchart: „Größte Radierung der Welt”, in: Kronen Zeitung, 24.05.2006, Wien, S. 53
- „Visionäre Kunst von Felix Waske”, in: Kurier, 24.09.2006, Wien, S. 17
- Hubert Thurnhofer: „Renaissance der Druckgraphik”, in: Gewinn, 02.11.2006, Wien, S. 71
- Eva Komarek: „Der Orgienmeister in Berlin und Wien Ausstellungen”, in: WirtschaftsBlatt, Nr. 2762, 15.12.2006, Wien, S. 16-17
- „Vom Fliegen, Wuchern und Schütten”, in: Kleine Zeitung, 24.12.2006, Graz, S. 84
2007
- Birgit Thek: „Eine künstlerische Obsession”, in: Neues Volksblatt, 27.07.2007, Linz, S. 20
- „Marktplatz”, in: Der Standard, 02.08.2007, Wien, S. 29
- Christian Rümelin: „Book Review: Barry Walker – Singulare Multiplls – The Peter Blum Edition Archive 1980-1994, Museum of Fine Arts Texas, 2006“, in: Print Quarterly, SEPTEMBER 2007, Vol. 24, No. 3, Print Quarterly Publications (Publisher), S. 335
- „Wider das Defizit in der bildenden Kunst”, in: Die Presse, 02.10.2007, Wien, S. R5
- Verena Franke: „Kunst zum Jubiläum”, in: Wiener Zeitung, 04.10.2007, Wien, S. 103
2008
- „Von der Vision zum fertigen Blatt – Die Ausstellung Alles ist druckbar ist im Kunstverein Schallstadt bis zum 20. Juli zu sehen”, in: Badische Zeitung, 14.06.2008, Freiburg, S. 39
- Anne Freyer: „Von der Vision zum Blatt – Die Ausstellung Alles ist druckbar ist im Kunstverein Schallstadt bis zum 20. Juli zu sehen”, in: Badische Zeitung, 14.06.2008, Freiburg, S. 41
- Thomas Lachenmaier: „Der Geburtshelfer – Alles ist druckbar: Der Wiener Drucker Kurt Zein im Kunstverein Schallstadt”, in: Badische Zeitung, 25.06.2008, Freiburg, S. 23
- Thomas Lachenmaier: „Wie ein genetischer Code – Die zeitgenössische Radierung – Ein Sachbuch aus Freiburg und eine Ausstellung in Reutlingen”, in: Badische Zeitung, 04.07.2008, Freiburg, S. 13
- Hans Pleininger: „Das exklusive Kunststück für Austria’s Leading Companies”, in: WirtschaftsBlatt, Nr. 3161, 24.07.2008, Wien, S. 6
- Philipp Maurer: „Ferdinand Schmutzers Promi-Porträts“, in: UM:DRUCK – Zeitschrift für Druckgraphik und visuelle Kultur, Nummer 9, September 2008, Wien, S. 18-19
- Walter Titz: „Im Licht des grafischen Blitzschlags”, in: Kleine Zeitung, 12.09.2008, Graz, S. 88-89
- Hans Pleininger: „Kür der Wachstumskaiser beginnt in Oberösterreich”, in: WirtschaftsBlatt, Nr. 3208, 30.09.2008, Wien, S. 6
- Hans Pleininger: „Meisterwerk von Nitsch für alle ALC-Meister”, in: WirtschaftsBlatt, Nr. 3234, 05.11.2008, Wien, S. S5
2009
- „Book Review: Inventur – zeitgenössische Radierung in Deutschland, Kunstverein Reutlingen, 2008“, in: Print Quarterly, JUNE 2009, Vol. 26, No. 2, Print Quarterly Publications (Publisher), S. 183
- Almuth Spiegler: „Eine Ausstellung wie ein Fest”, in: Die Presse, 04.07.2009, Wien, S. 23
- Gerald Hirt: „Erfolgreicher Kunst-Sommer”, in: Kleine Zeitung, 07.10.2009, Graz, S. 22-23
- Gerald Hirt: „Kreative Arbeit trägt Früchte”, in: Kleine Zeitung, 07.10.2009, Graz, S. 22-23
- „Kunstpreis für Charlotte Kleindienst”, in: Kleine Zeitung, 13.10.2009, Graz, S. 22
2010
- Julie Monaco: „Natur, ganz digital”, in: Oberösterreichische Nachrichten, 26.01.2010, Linz, S. 21
- Magdalena Rampler: „Manege frei für den Festivalsommer”, in: Kurier, 12.07.2010, Wien, S. 23
- „Die meisterhafte Kunst der Grafik”, in: Kleine Zeitung, 26.08.2010, Graz, S. 24
- „Preise für die besten Drucke”, in: Kleine Zeitung, 22.09.2010, Graz, S. 30
- „Aus der Zeit gefallen – Das Gengenbacher Museum Haus Löwenberg verwandelt sein Inneres in Schau- und Staunräume”, in: Badische Zeitung, 25.11.2010, Freiburg, S. 38
- Nicole Scheyerer: „Mit Kalkül zum Exzess”, in: Der Standard, 04.11.2011, Wien, S. 35
- Antonia Nessi: „Contemporary Printed Art in Switzerland“, in: Print Quarterly, MARCH 2012, Vol. 29, No. 1, MARCH 2012, Print Quarterly Publications (Publisher), S. 112-115 [S. 113 Kurt Zein]
- Lindsey Tyne: „Drawing with Light“, in: Master Drawings, SUMMER 2012, Vol. 50, No. 2, Modern & Contemporary Drawings, Summer 2012, Master Drawings Association (Publisher), S. 211-230 [S. 211 Kurt Zein]
- „Ein großes Herz für die Kunst!”, in: Kronen Zeitung, 01.06.2012, Wien, S. 35
- „Am Haken”, in: Profil, Nr. 25/2013, 17.06.2013, Wien, S. 117
- Brigitte Borchhardt-Birbaumer: „Schwebende Welten”, in: Wiener Zeitung, 19.06.2013, Wien, S. 28
- „Kunst für die Menschlichkeit”, in: Kurier, 16.07.2013, Wien, S. 28
- Mel Becker: „Book Review: A Printmaker’s Document by Jim Dine [and others]“, in: Art in Print, Vol. 3, No. 2, July – August 2013, Art in Print Review (Publisher), S. 37-39 [S. 36 Kurt Zein]
- Kit Smyth Basquin: „Ineluctable Modality of the Visible: Illustrations for Joyce’s Ulysses“, in: Art in Print, November – December 2013, Vol. 3, No. 4, November – December 2013, Art in Print Review (Publisher), S. 6-11 [S. 9-10 Kurt Zein]
- Brigitte Borchhardt-Birbaumer: „Fantasiegarten der Kunst”, in: Wiener Zeitung, 31.12.2013, Wien, S. 21
- „Jim Dine’s Prais of Printmaking“, in: Print Quarterly, September 2014, Vol. 31, No. 3, September 2014, Print Quarterly Publications (Publisher), S. 348 Nina Schedlmayer: „‚Warhol und ich hatten nichts gemeinsam‘”, in: Profil, Nr. 23, 47. Jg, 6. Juni 2016, Wien, S. 91
- Walter Titz: „Hypnotische Augenblicke”, in: Kleine Zeitung Kärnten, 02.08.2016, Klagenfurt, S. 50-51
- „Augenblicke“, in: Kleine Zeitung Steiermark, 02.08.2016, Graz
- „Neue Jahresausstellung im nitsch museum / Mistelbach / Niederösterreich: Hermann Nitsch – Das druckgrafische Werk“, in: na news aktuell: Neue Jahresausstellung im nitsch museum, 25.04.2017, Zürich
- „Installation des Kosmos”, in: Kronen Zeitung, 10.06.2017, Wien, S. 38
- „Im Nitsch Museum Mistelbach wird noch bis 8. April nächsten Jahres…”, in: Die Presse, 29.06.2017, Wien, S. 23
- Almuth Spiegler: „In den linearen Eingeweiden von Nitschs Utopie”, in: Die Presse, 29.06.2017, Wien, S. 23
- Manfred Rebhandl: „Bodenschütten, Opferriten”, in: Der Standard, 04.08.2017, Wien, S. 24
- „Vienna Art Week 2018”, in: Trend, 16.11.2018, Wien, S. 72 Wenzel Mraek: „Schwarze Ausstellung zur schwarzen Kunst”, in: Kleine Zeitung, 29.03.2019, Graz, S. 88
- Olga Kronsteiner: „Kunstmarkt-Splitter”, in: Der Standard, 11.12.2021, Wien, S. 7
- „Kurt Zein 1945-2022”, in: Tiroler Tageszeitung, 12.08.2022, Innsbruck, S. 14
- „Meister des Drucks”, in: Kleine Zeitung, 12.08.2022, Graz, S. 67
- „Kurz notiert”, in: Wiener Zeitung, 12.08.2022, Wien, S. 20
- „Kunstdrucker Kurt Zein ist gestorben”, in: Die Presse, 12.08.2022, Wien, S. 20
- „Kunstdrucker Kurt Zein starb mit 76 Jahren…”, in: Kleine Zeitung, 12.08.2022, Graz, S. 64
- „Wiener Kunstdruck-Ikone Kurt Zein (76) gestorben in Wien. Es ist nicht lange her, da starb Hermann Nitsch“, in: Oberösterreichische Nachrichten, 12.08.2022, Linz, S. 20
- „Wiener Druckerlegende Kurt Zein gestorben”, in: Der Standard, 12.08.2022, Wien, S. 19
- Brigitte Borchhardt-Birbaumer: „Realismen und serielle Attitüden”, in: Wiener Zeitung, 24.02.2023, Wien, S. 20
- Christina Mondolfo: „Das Monster ist geglückt”, in: Wiener Zeitung, 10.03.2023, Wien, S. 24
- Brigitte Borchhardt-Birbaumer: „Obsession eines Lebensberichts”, in: Wiener Zeitung, 04.04.2023, Wien, S. 20
Weitere Publikationen
- Jette Kjærboe, Grafik fra Kurt Zein’s værksted, Wien, Tårnby Kommune, Kastrupgårdsamlingen, Kastrupgårdsamlingen, Kastrup, 1976, ISBN 9788787784801, 8787784807
- „Kurt Zein“, in: Künstlerwerkstatt – Künstler zeigen Techniken der Druckgraphik, Niederösterreich – Gesellschaft für Kunst und Kultur, Wien, Mai 1980, S. 12
- Kurt Zein, Galerie Ariadne (Hg.): Die Radierwerkstatt Kurt Zein, Galerie Ariadne, 22.04.-17.05.1980, Wien, OCLC Nr. 190860580
- Johann Klinger: Die Radierwerkstatt Kurt Zein Wien [Kurt Zein und sein Handwerk], 2 Bände, Herzig Verlag, Wien, 1983, OCLC Nr. 464877396
- Grafik från: Kurt Zeins verkstad, Norrköpings Konstmuseum, Wien, 1983
- Kunst zu Kafka [Buch + Mappe; Druck: Radierwerkstatt Kurt Zein/Wien 12], Wien, Edition Hilger, Lucifer-Verlag im Kunsthaus Lübeck, 1983, ISBN 9783900318130, 3900318131
- Goldammer: Mischtechniken, Gouachen, Zeichnungen, Galerie Peter Infeld, Galerie Hilger, Wien, 1983, S. 71
- Hans Fronius, Maria Buchsbaum, in: „Radierungen’84“, Galerie Hilger (Hg.), Wien, 1984
- Hans Fronius, Dieter Ronte, in: „Danton“, Galerie Hilger (Hg.), Wien, 1986, OCLC Nr. 470234083
- A.R. Penck: „A. R. Penck in Wien“, in: AR. Penck Grafik, Galerie Chobot, Wien, 1987, S. 21-46, ISBN 9783900346096, 3900346097
- Konrad Oberhuber: „Jim Dine: The World of Imagination and the World of Sense“, in: Jim Dine: Youth and the Maiden, Graphische Sammlung Albertina, 11.2.-26.2. 1989, Wien, 1989, S. 5, 45
- A.R. Penck: „Bei Zein in Wien“, in: AR. Penck Editionen 1989, München, 1990, S. 9-25
- „Gunter Damisch: Arten und Orte / Species & Places (entstanden in der Radierwerkstatt Zein)“, [Loseblattsammlung], Galerie Hilger (Hg.), Wien, 1990, OCLC Nr. 1286939588
- Gottfried Salzmann: Aquarelle, Zeichnungen, Radierungen, Lithographien, Galerie Peerlings, Krefeld, 1990, S. 9
- Working with Zein: Albert Merz, Leo Zogmayer, Stefan Szczesny [Katalog anläßlich des Workshops bei Kurt Zein, Atelier für zeitgenössische Radierung], Galerie Hilger, Wien, 18.-23.05.1990, OCLC Nr. 638028621
- Gunter Damisch: „Unikatdrucke“, in: Gunter Damisch. Unikatdruck, Wien, 1993, S. 9, OCLC Nr. 312045620
- La Gravure Contemporaine: Atelier Kurt Zein Vienne, Institut Autrichien, Chȃteau d’Ouville l’Abbaye, Paris, 1993
- Michael Göttelmann: „Die Radierungen von Felix Waske – oder: Strandleben an den Ufern des Styx“, in: Felix Waske: Radierungen 1966-1994 – ein Werkverzeichnis, Edition Braus, Heidelberg, 1995, S. 11-15, 50-55, ISBN 9783894661359, 3894661356
- Ernst Hilger: „1985 / Kurt Zein“, in: 2,5% – 25 Jahre Galerie Ernst Hilger [anlässlich der Ausstellung in der Galerie Hilger], Galerie Hilger, Wien, 1996, S. 11-12, OCLC Nr. 688479959
- Grimmer: „Wie es dazu kam“, in: Für Otto Breicha: 36 Druckgraphiken von 36 Künstlern, Rupertinum Salzburg (Hg.), Salzburg, 1997, S. 82, OCLC Nr. 248501373
- Goldammer: Ölbilder, Mischtechniken, Zeichnungen, Gouachen, Grafiken, Edition Galerie Zentrum, Wien, 1997, S. 70
- Andreas Felber: „Die Ex-Masters heute – der Werdegang Walter Mallis“, in: Die Wiener Free-Jazz-Avantgarde – Revolution im Hinterzimmer, Böhlau Verlag, Wien, Köln, Weimar, 2005, S. 199, ISBN 9783205772569, 3205772563
- Alisa Douer: „Kurt Zein“, in: Wiener Handwerkskunst / Viennese Crafts, Mandelbaum Verlag (Hg.), Wien, 2006, S. 80, ISBN 9783854761990, 3854761996
- Ö1 gehört gehört – die kommentierte Erfolgsgeschichte eines Radiosenders, Böhlau Verlag, Wien, 2007, S. 252, 256, 514, ISBN 9783205774952, 3205774957
- Vienna: Past Glories, Present Style / Wien – zwischen Prunk und Moderne, Wien, S. 22 [Computerausdruck, Quelle unbekannt, Homepage?]
- Tal R, Hugo Ball: Flametti oder vom Dandysmus der Armen, Künstlerbuch, Harpune Verlag, Wien, 2013, OCLC Nr. 1355311654
- Walter Schmögner: „Walter Schmögner’s Erinnerungen“, in: Vom Kommen und Gehen – Burgenland – Betrachtungen von Zu- und Weggereisten, Peter Menasse, Wolfgang Wagner (Hg.), Böhlau Verlag, München, Ciando, 2021, S. 117-124
Bibliografie Marjatta Zein
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- -z: „Photographie als Kunstwerk“, in: Salzburger Tagblatt, 22. März 1975, S. 5
- W.: „Tendenzen in der Fotokunst – junge österreichische Fotografen zeigen ihre Arbeiten“, in: Salzburger Volksblatt, Nr. 16, 2. April 1975, S. 7
- Hubert Zanoskar: „Schlaglichter auf junge Fotografen“, in: Salzburger Nachrichten, 4. April 1975, S. 7
- Frido Hütter: „Kreative Fotografen im Forum Stadtpark: Bilder, Dias, Politik“, in: Kleine Zeitung, 12. November 1975, S. 16
- Buchsbaum, in: Wiener Zeitung, 2. Dezember 1976
- K.S.: „M. Zein in der Secession“, in: Die Presse, 7. Dezember 1976
- Erwin Melchart: „Secession: Hartig, Zein“, in: Kronen Zeitung, 11. Dezember 1976
- h.g. „Galerieführer: Wiener Secession“, in: AZ Tagblatt für Österreich, 13. Dezember 1976, S. 6
- Oskar Wiesflecker: „Photos, Bilder und Textilien“, in: Volksstimme 28. Dezember 1976
- „Tonava Kaunoinen“, in: kamera, Nr. 4, 1979, 30. vuosikerta, Helsinki, S. 31
- „Marjatta Zeinin kuvia Valokuva-museossa“, in: Etelä-Suomi, Kotka, 13. März 1979
- Bert Carpelan: „Skit är skönt! Att se det vackra i det fula är en estetisk princip som omfattas av Marjatta Zein, finsködd fotokonstnär, bosatt i Wien“, in: Hufvudstadsbladet, Nr. 72, Helsingfors 15. März 1979, S. 9
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- „Marjatta Zein“, in: Ylioppilaslehti, numero 9, 29. März 1979, 65. vuosikerta, S. 13
- A.I. Routio: „Marikipua Tonavalta“, in: Uusi Suomi, 29. März 1979